Die Wurzeln des Schützenvereins Breuna gehen bis ins Jahr 1662 zurück

Schützen in jeder Familie

Schützenverein Breuna: Jubiläum 350 /40 Jahre - sie hoben vor 40 Jahren den Schützenverein Breuna wieder aus der Taufe, wurden dafür geehrt. Foto: zih

Breuna. Doppelten Grund zum Feiern hatte der aus 182 Mitgliedern bestehende Schützenverein Breuna. Seit der Wiedergründung im Jahr 1972 pflegt man dort in allen Kurz- und Langwaffendisziplinen wettkampfmäßig diese Sportart. Mit einem Festakt im Dorfgemeinschaftshaus besannen sich die Mitglieder zugleich auf ihre 350 Jahre alten Wurzeln. Denn in einem im Staatsarchiv in Marburg deponierten Schriftsatz mit dem Datum 18. Juli 1689 wird bereits im Jahr 1662 eine „Schützen-Compagnie“ in Breuna unter dem Patronat derer „vohn der Malspurg aufgerichtet“ erwähnt.

Sie diente, so der Text, „bey den damaligen turbulenten Krigs Veden“ dem Schutz und der Verteidigung des Dorfes. Jede Familie im Ort hatte einen Schützen an die Kompanie abzustellen. Per „Edict unter öffentlichem Glockenschlag“ wurden die Einwohner aufgefordert, „regelmäßig im Schießen zu exercieren.“ Für die heutigen Breunaer Schützenbrüder und -schwestern ist deshalb die urkundliche Ersterwähnung einer Schützenkompanie vor 350 Jahren das Gründungsdatum ihres Vereins.

Die erste noch vorhandene Vereinsfahne stammt von 1801 und sie wird geziert vom Wappen des Hauses von der Malsburg. Die Schießordnung von 1822 richtet sich an die Herren Offiziere und regelt den Ablauf des Schießens im „Langen Grund“ am jeweils dritten Pfingsttag. Dabei festgestelltes Fehlverhalten ist, so dem Urkundentext zu entnehmen, „unverzüglich denen von der Malsburg nach Escheberg zu vermelden.“ Welche Konsequenzen oder gar Strafen dies zur Folge hatte, ist in dem Schriftstück nicht festgehalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren in ganz Deutschland durch die Besatzungsmächte die Gründung beziehungsweise Wiederaufnahme des vereinsmäßigen Schießsports verboten. So reaktivierten die Breunaer Schützen erst wieder im März 1972 ihr Vereinsleben. Im gleichen Jahr begannen sie ausschließlich durch ehrenamtliche Eigenleistungen mit dem Bau eines Schützenhauses.

Säule in Gemeinschaft

Die 350-jährige Geschichte des Vereins und die Bedeutung der Schützengemeinschaft als wichtige Säule der dörflichen Gemeinschaft spiegelte sich während des Kommers in den Festreden wider. Musikalisch wurde die Feier von der Korbacher Dudelsackgruppe „The first Guards of Sankt Kilian“ sowie dem Spielmannszug Oberlistingen mitgestaltet. Im besonderen Mittelpunkt des doppelten Geburtstagsfestes standen Ehrungen (siehe Hintergrund). Fortgesetzt wurden die Feierlichkeiten am Abend mit der Ausrichtung des Rundenwettkampfabschlussballes des Schützenkreises Wolfhagen (Bericht folgt im Sport Wolfhagen). (zih)

Quelle: HNA

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