So schützen Sie sich vor Einbrechern - die Polizei Schwalm-Eder gibt Tipps

Beliebtes Werkzeug unter Einbrechern: Häufig werden Fenster und Türen mittels eines einfachen Schraubendrehers aufgehebelt. Foto: dpa

Zum Beginn der dunklen Jahreszeit informierte die Polizei in Homberg über Gefahren und Vorbeugung von Wohnungseinbrüchen. Dabei kam heraus: Vor allem Fenster sind Schwachstellen.

Einbrecher nutzen die frühe Dunkelheit im Herbst verstärkt für ihre Beutezüge. Die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis hatte daher für den vergangenen Samstag zu einer Informationsveranstaltung nach Homberg eingeladen. Der Besuch sei mit etwa 40 Teilnehmern gut gewesen, so die Bilanz der Polizei. Polizeipressesprecher Markus Brettschneider ging auf folgende Themen ein:

? Welche Wohnungen und Häuser sind besonders gefährdet?

!Die Täter suchen sich bevorzugt Objekte aus, wo mutmaßlich niemand zu Hause ist, also unbeleuchtete Häuser, wo kein Auto vor der Tür steht und keine Sicherungsanlagen zu finden sind. In 80 Prozent der Fälle steigen die Täter durch unzureichend gesicherte Fenster und Türen ein. Meist liegen sie auf der Rückseite der Gebäude.

Brettschneider: „Ein gekipptes Fenster ist gleichbedeutend mit einem offenen Fenster“. Die meisten Einbrüche werden übrigens nicht in der späten Nacht, sondern in der Zeit zwischen 14 Uhr und 23 Uhr verübt.

? Wie gehen die Täter vor?

!Ein langer Schraubendreher reicht meistens, um schlecht gesicherte Fenster oder Türen zu öffnen. Selten schlagen Einbrecher Scheiben ein, weil das Lärm machen würde.

? Was schreckt Täter ab und wie kann man sein Haus und seine Wohnung schützen?

! Von außen erkennbare Sicherheitstechnik schreckt Einbrecher ab. Schon heruntergelassene Rollläden können diesen Effekt haben oder Strahler, die über einen Bewegungsmelder gesteuert werden.

Die Beschläge von älteren Fenstern und Türen können mit einer so genannten Pilzkopfverriegelung diebstahlsicher nachgerüstet werden. Beim Kauf neuer Fenster sollte darauf geachtet werden, dass sie die Widerstandsklasse II aufweisen. Weitere Sicherungsmöglichkeiten sind abschließbare Griffe, zusätzlich aufgesetzte Schienen und Teleskopstangen. Brettschneider rät, nur geprüfte Technik zu kaufen.

? Was ist bei einer Urlaubsreise zu bedenken?

!Man sollte dafür sorgen, dass der Briefkasten geleert wird und die Zeitungsbox nicht überquillt. Nachbarn, Freunde und andere Familienmitglieder können dafür sorgen. Mit Nachbarn kann man sich absprechen, dass sie auf Fremde achten und sich beispielsweise die Kennzeichen auffälliger Fahrzeuge notieren. Auch eine Zeitschaltuhr für das Licht in der Wohnung sowie ein so genannter Fernsehsimulator können Einbrecher verunsichern.

? Was sollte man tun, wenn es zur Begegnung mit Einbrechern kommt?

!„Man sollte auf keinen Fall den Helden spielen“, rät Markus Brettschneider. Die Einbrecher hätten kein Interesse an einer Konfrontation mit den Bewohnern. Man sollte sich den Eindringlingen nicht in den Weg stellen, sondern Licht und Lärm machen und anschließend möglichst schnell die Polizei rufen.

? Welche Orte sind besonders von Einbrüchen betroffen?

!Einbrecher schlagen besonders häufig in Städten zu, weil sie gute Fluchtwege bieten und das Milieu Taten begünstigt. Häufig handelt es sich um Beschaffungskriminalität, wie etwa bei einem Serientäter, der in Schwalmstadt festgenommen wurde. Er habe von der Beute seiner Einbrüche gelebt, erklärte Brettschneider. Seltener habe man es mit organisierten Banden zu tun, häufiger seien es lokale Täter, die günstige Gelegenheiten suchten.

? Wie kann man sich zusätzlich über das Thema Einbruchschutz informieren?

!Die Polizei bietet neben Informationsveranstaltungen auch Hausbesuche zur Beratung an. Pressesprecher Markus Brettschneider ist unter Tel. 0 56 81/77 41 30 zu erreichen.

Weitere Informationen gibt es unter www.polizei-beratung.de sowie unter k-einbruch.de

Quelle: HNA

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