Spangenberger sanieren den Burgsitz – Arbeiten bis 2014

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An der Nordfassade: Karola Stock und Frank Kloke nageln Holzbänder zusammen, die die Stützen mit den Balken verbinden. Sie ist eigentlich gelernte Gärtnerin, er ist Betonbauer.

Spangenberg. Natürlich gibt es einen Grünen Salon. Weil die Herstellung von grüner Farbe teuer war, durfte ein Grüner Salon in einem feinen Hause nicht fehlen.

Dass im Spangenberger Burgsitz ein Salon grün gestrichen war, ist heute nur noch an einem Holzbalken zu erkennen, der auch eine eingeritzte 1565 trägt. 1565 wurde das Haus von Landgraf Philipp dem Großmütigen nach den Wünschen seiner Frau zur Linken, Margarethe von der Saale, umbauen lassen. Seitdem hat die Zeit am Burgsitz genagt. Seit drei Jahren wird er nun von der Stiftung Himmelsfels saniert. Ein Mammutprojekt.

Sieben Monate lang wurde das Haus entrümpelt: Wände sowie die Wendeltreppe in den Keller wurden freigelegt, Gipskartonplatten rausgerissen, Decken rausgeklopft, Lehm wurde gesammelt, um ihn wieder zu verarbeiten. Das bislang größte Projekt war die Sanierung der Fassade: „Ein Vierteljahr war dafür eingeplant“, sagt Projektleiter Johannes Weth. Gedauert hat es dann ein Jahr: Eine undichte Regenrinne an der Westseite hat das Fachwerk jahrelang durchnässt. Die Balken waren faul. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalschutz wurde ein komplettes Fachwerk vom Keller bis zum Dach davorgebaut, wobei alte Eichenbalken verwendet wurden, die aus abgerissenen Häusern stammen. Dadurch war die Statik gesichert. Die Fassade wurde gedämmt und mit Eichenschindeln versehen.

Bei der Sanierung des Eingangsfassade stießen die Arbeiter auf eine Überraschung: einen Torbogen aus Holz im gotischen Stil. „Als wir die klassizistische Verblendung abgenommen haben, kam der Bogen aus Mitte des 14. Jahrhunderts zu Tage“, berichtet Martin Söchting, einer der Arbeiter, die für die Sanierung der Fassade zuständig waren.

Derzeit sind die Arbeiter mit dem Lehmverputzen der Wände, Legen von Leitungen und Einsetzen von Fenstern beschäftigt. Noch in diesem Jahr wird über die Nutzungsaufteilung entschieden – dann kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Ende 2014 soll der Burgsitz fertig sein. Dann wird es wieder eine Fräuleinstube, eine Schlafkammer des Herrn General, eine Rumpelkammer, eine Sommerstube und eine Räucherkammer geben, wie Briefe früherer Burgsitz-Besitzer belegen. Und eben auch wieder einen Grünen Salon.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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