120 Mitarbeiter betroffen: Schuh-Rohde schließt Produktion in Schwalmstadt

Schwalmstadt. Der Schuhhersteller Rohde will seine Produktion in Schwalmstadt-Ziegenhain bis zum Jahresende schließen. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstagvormittag an. Von der Schließung sind etwa 120 Vollzeitstellen am Standort Ziegenhain betroffen.

Laut Geschäftsführer Oliver Kraxner bleibt der Standort in Ziegenhain bestehen. Die Abläufe in Schwalmstadt sollen neu strukturiert werden, heißt es aus dem Unternehmen.

Die Schließung der Produktion begründet die Firmenleitung mit der schlechten Entwicklung am Schuhmarkt. Insbesondere das Geschäft mit Winterstiefel sei aufgrund des sehr milden Winters schlecht gelaufen. In der Folge sei es zu Auftragsrückgängen gekommen. "Vor diesem Hintergrund ist es ebenso vernünftig wie erforderlich, entsprechende Kapazitäts- und Personalmaßnahmen zu ergreifen“, erklärte Kraxner. Mit der Umstrukturierung soll Rohde „nachhaltig auf ein wirtschaftlich solides Fundament“ gestellt werden.

Zuletzt aktualisiert um 12.35 Uhr.

Laut Kraxner soll die Produktion verstärkt ins Ausland verlagert werden. Es gehe allerdings nicht darum, "billige Schuhe im Ausland einzukaufen", erklärte er im Gespräch mit der HNA Produktentwicklung und -endkontrolle sollen weiterhin in Schwalmstadt erfolgen. Ebenso verbleiben Einkauf, Vertrieb, Lagerverkauf und das Verteilerzentrum in Schwalmstadt.

Die Rohde-Gruppe mit Hauptsitz in Schwalmstadt und unter anderem Standorten in Österreich und Dänemark beschäftigt nach eigenen Angaben 340 Mitarbeiter, 290 davon in Schwalmstadt. Bereits 2007 war das Schwalmstädter Traditionsunternehmen in die Schlagzeilen geraten. Von der damaligen Insolvenz waren 500 Mitarbeiter betroffen. 130 mussten gehen. 108 von ihnen wechselten damals in eine Transfergesellschaft. Auch damit war schnell Schluss, für weitere 66 Frauen und Männern blieb nur der Gang zum Arbeitsamt.

Der damalige Seniorchef Friedrich Wilhelm Schmitt verschwand, nach Uruguay und stellte sich später den Behörden.Er wurde wegen Betruges zu einer Haftstrafe verurteilt. Das insolvente Unternehmen wurde von der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft Square Four und Morgan Stanley übernommen.

Von Sylke Grede

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Quelle: HNA

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