Schulbus-Probleme, weil Fahrer fehlen: Unternehmen suchen europaweit

Schwalm-Eder. Bei der Schülerbeförderung im Landkreis kommt es immer häufiger zu Problemen. Grund dafür: Es gibt einen dramatischen Mangel an Busfahrern.

Das führe dazu, dass auch Unternehmen im Schwalm-Eder-Kreis auf Fahrersuche im europäischen Ausland gehen, erklärt Mike Stämmler, Geschäftsführer des Nahverkehrs Schwalm-Eder (NSE).

Die Folgen bekamen in den vergangenen Monaten auch die Grundschüler der Stellberg-Schule in Homberg zu spüren, berichtet Schulleiterin Birgit Kieburg. So hätten sich Busfahrer nicht ausgekannt und die Grundschüler gefragt, wo die Bushaltestelle sei. In anderen Fällen wurden Schüler nicht in ihren Wohnorten rausgelassen. Diese Vorfälle seien bedauerlich, sagt Stämmler. Man versuche, gemeinsam mit den Busunternehmen Lösungen zu finden. So plane man, Sprachkurse für Fahrer aus dem Ausland anzubieten. Diese wolle der NSE mitorganisieren.

Fakt sei, dass es keine Alternative gebe: Entweder einige Touren würden von Fahrern bedient, deren Ortskenntnis noch nicht ausreichend sei, oder man habe keinen Fahrer für die Touren. „Dann entscheiden wir uns für das kleinere Übel“, so Stämmler.

„Es gibt keine Bewerbungen“, sagt Michael Bonte, Geschäftsführer des gleichnamigen Reisedienstes aus Schwalmstadt. Deshalb suche auch sein Unternehmen europaweit nach Fahrern. Diese erhielten den Tariflohn und benötigten mehr Einarbeitung.

Grundsätzlich sei es nicht mehr sehr attraktiv, Busfahrer zu werden: Die Kosten für den Führerschein hätten sich verdoppelt, denn die Fahrer müssten nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz ausgebildet werden. Ein Führerschein koste bis zu 10 000 Euro. „Außerdem muss man sich regelmäßig fortbilden“, sagt Bonte. Das rechne sich für viele nicht, deshalb gebe es auch immer weniger Aushilfsfahrer.

Von Maja Yüce

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Quelle: HNA

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