Ministerpräsident  Bouffier sprach vor Senioren-Union Schwalm-Eder

Werbung für Schuldenbremse: Mit Inbrunst sprach Volker Bouffier, Hessens Ministerpräsident, vor der Senioren-Union des Schwalm-Eder-Kreises im Hotel Büraberg in Fritzlar-Ungedanken. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. Volker Bouffier (59) trat hungrig die Weiterreise nach Bebra an. Und das, obwohl der hessische Ministerpräsident zum Heringsessen bei der Senioren-Union Schwalm-Eder eingeladen war.

Das mit dem Essen dürfte aber nicht weiter ins Gewicht fallen. Am Mittwoch begann schließlich die Fastenzeit. „Das wird ja auch Zeit, dass die Fastenzeit für mich beginnt, werden einige denken“, sagte Mark Weinmeister, Kreisvorsitzender der CDU. Es gehe aber nur um körperlichen Verzicht: „In den kommende Tagen müssen wir da sein, müssen fit sein“, sagte Weinmeister mit raumgreifender Stimme. Nach dem 27. März wolle man nicht nur auf Bundesebene, im Land, sondern auch im Landkreis regieren.

Eine klare Kampfansage. Die nahm Volker Bouffier auf. Nicht so deutlich wie man es von seinem Vorgänger Roland Koch gewohnt war, aber doch bestimmt. „Wahlkampf ist die Bitte um Vertrauen“, sagte Bouffier. Und das habe man sich verdient. „Die wirtschaftliche Entwicklung im Land ist beispielhaft, gerade auch in Nordhessen. So viele Beschäftigte wie aktuell hat es seit Bestehen des Landes noch nicht gegeben“, sagte der 59-jährige Gießener, der seit Ende August Ministerpräsident ist.

Vor den etwa 100 Gästen warb er mit Inbrunst für die Schuldenbremse, über die am Wahltag auch entschieden wird. Ab 2020 soll nicht mehr Geld ausgegeben werden, als eingenommen wird. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber Schulden seien ein süßes Gift, man spüre sie nicht. „Wir sind eines der reichsten Länder der Welt, vor mir sitzt eine der reichsten Generationen, die es je gegeben hat. Aber wir haben auch so viele Schulden gemacht, wie niemand vor uns.“ Es werde große Einschnitte geben müssen, aber man werde ein wohlhabendes Land bleiben. „Es geht um Generationengerechtigkeit. Wenn wir nichts unternehmen, machen wir uns schuldig. Wir haben es schließlich gewusst, die ganze Zeit.“

Vor dem Heringsessen musste Bouffier los. Termine in Bebra und Schlitz (Vogelsbergkreis) standen an. „Dort werde ich wohl ankommen, wenn das Essen vorbei ist“, sprach er und reiste weiter.

Quelle: HNA

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