Landkreis und Banken beteiligen sich an Finanzierung von Anlaufstellen

Schuldner finden weiter Rat: Finanzierung von Anlaufstellen gesichert

Schwalm-Eder. Die Finanzierung der Schuldnerberatung im Schwalm-Eder-Kreis ist für 2012 gesichert. Der Landkreis übernimmt 120.000 Euro der Kosten, 37.000 Euro tragen die Raiffeisenbank Borken, die Kreissparkasse Schwalm-Eder sowie die Stadtsparkassen Borken, Felsberg und Schwalmstadt.

Das Land Hessen beteilige sich 2012 mit 80.000 Euro aus dem Arbeitsmarktprogramm an der Finanzierung der beiden Schuldnerberatungsstellen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

Anlaufstellen bieten im Landkreis die Schuldnerberatungsstelle der Awo sowie die Verbraucher-Zentrale Hessen in Borken. Im vergangenen Jahr hätten 638 Menschen das Angebot in Anspruch genommen, berichteten die beiden Organisationen bei einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung.

Wie bereits im Vorjahr sei zu beobachten gewesen, dass die Anfragen wegen einer nicht veräußerbaren Immobilie zunehmen. Es gelte, nach einer Lösung zu suchen, bevor der schlimmste Fall für den Hausbesitzer – die Zwangsversteigerung – eingetreten sei.

Die Beratungsstellen beschäftigten sich auch verstärkt mit der Verschuldung durch Gewinnspiele sowie Kostenfallen im Internet.

Zunehmend gehe es um Forderungen aus Urheberrechtsverletzungen, verursacht durch illegales Herunterladen von Musik- und Filmdateien.

Auch die gestiegenen Energiepreise sorgen immer häufiger für Probleme. Die Schuldner stünden oft vor sehr hohen Nachzahlungen aus Betriebskosten-Abrechnungen sowie aus Gas- und Stromjahresabrechnungen.

Da diese Schulden in der Regel vorrangig reguliert würden, um Mietverhältnis und die Energieversorgung nicht zu gefährden, stünden oft keine freien Beträge für eine Gesamtregulierung mit weiteren Gläubigern zur Verfügung.

Die Neuerungen im Kontopfändungsrecht waren im vergangenen Jahr häufig Thema in den Beratungen. Viele Schuldner ließen sich über die Regelungen zum Pfändungsschutzkonto informieren. Ein Kontoinhaber könne sein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln, kurz P-Konto genannt.

Ein Pfändungsschutz sei seit 1. Januar 2012 nur noch durch das P-Konto möglich. Ein Grundfreibetrag in Höhe von 1.028,89 Euro sei dann automatisch vor Pfändung geschützt. Im Einzelfall seien jedoch auch noch höhere Freibeträge möglich.

Das Angebot der Beratungsstellen umfasst die Schuldenregulierung, Existenzsicherung, Haushalts- und Budgetberatung, Forderungsüberprüfung und Beratung bei Zwangsvollstreckungen. Angeboten werden aber auch Informationsveranstaltungen. (hro)

Quelle: HNA

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