Schülerhilfe Bolivien unterstützt Kinder in Potosi – Homberger Arzt bittet um Spenden

Schule statt harter Arbeit

Muss für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen: Rodrigo Raul Ramirez.

Homberg. Kinderarbeit ist in Bolivien an der Tagesordnung, schon Siebenjährige müssen mithelfen, den Lebensunterhalt der Familie zu sicher. Seit 20 Jahren unterstützt der Homberger Arzt Dr. German Canaviri, der aus Potosi stammt, Schulen in seiner bolivianischen Heimatstadt. Mit einer Schulspeisung und Schulmaterial lassen sich auch die Ärmsten der Armen überzeugen, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Mit seinem Verein „Schülerhilfe Bolivien“ sammelt Dr. German Canaviri auch in diesem Jahr wieder Spenden. Angesichts der Not an vielen Stellen in der Welt wird das immer schwieriger. „Früher kamen etwa 8000 Euro zusammen, heute ist es gerademal die Hälfte“, erklärt der 74-Jährige. Da noch dazu die Preise in Bolivien deutlich gestiegen sind, könnten derzeit noch 220 Schüler unterstützt werden. Früher waren es bis zu 400.

„Das Geld geht zu 100 Prozent an die Bedürftigen“, sagt der Homberger, der bis zu seiner Pensionierung am Homberger Krankenhaus als Anästhesist gearbeitet hat. Für die Verteilung der Spenden sorge in Potosi sein Neffe, Enzo Canaviri.

Unter der Regierung von Evo Morales habe es Fortschritte im Bildungssystem gegeben, aber das reiche nicht aus, sagt Canaviri. Es gebe zwar die allgemeine Schulpflicht, aber nach wie vor auch Kinderarbeit. Die Ausbeutung sei groß. Noch immer müssten beispielsweise Kinder in der Andenstadt Potosi unter schwersten Bedingungen in Minen arbeiten.

Gewerkschaft für Kinder

Für die Kinder zwischen sieben und 17 Jahre gebe es sogar ganz offiziell eine Kindergewerkschaft. Offiziell arbeiten dürften sie ab 14 Jahre.

Immer mehr Eltern wünschten sich für ihre Kinder eine gute Schulbildung, aber sie könnten sie nicht bezahlen. Geld für Schulmaterial fehle, und auch eine warme Mahlzeit am Tag sei ein wichtiger Anreiz für den Schulbesuch.

Deshalb wirbt Dr. German Canaviri mit seinem kleinen Verein (er hat sieben Mitstreiter) um Unterstützung für die Schülerhilfe Bolivien.

Kontakt: Dr. German Canaviri, Tel. 05681/5549.

Spendenkonto: Schülerhilfe Bolivien, Kreissparkasse Schwalm-Eder, Nummer: DE64 5205 2154 0080 0004 33.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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