1473 Kinder werden eingeschult

Schulen dürfen nicht für Markenware werben

Schwalm-Eder. Nach dem Sommerferien werden 1473 Mädchen und Jungen im Landkreis eingeschult. Fast alle Grundschulen geben den Eltern der ABC-Schützen Einkaufslisten und Materiallisten an die Hand, damit zum Schulstart von der Aufbewahrungsbox bis hin zum Zeichenblock alles vorhanden ist.

Einige Schulen machen dabei ganz klare Ansagen, welche Markenprodukte die Eltern kaufen sollen. Doch das ist verboten, sagt Lothar Rausch, Jurist des Staatlichen Schulamtes in Fritzlar. Er spricht von unzulässiger Werbung. „Markenangaben haben zu unterbleiben, Produktwerbung ist untersagt“, so Rausch. Wenn solche Materiallisten herausgegeben werden, dann könnten diese durchaus sehr genaue Angaben - wie etwa den Härtegrad einer Bleistiftmine - enthalten. Doch dürften die Gegenstände nur ihrer Art nach bezeichnet werden. Angaben wie etwa Lamy-Farbkasten, Pritt-Klebestifte oder Faber-Castell-Radiergummi hätten auf den Listen nichts zu suchen. Und doch gibt es auch im Landkreis Schulen, die solche Listen herausgegeben haben. Sie liegen der HNA-Redaktion vor.

„Wenn Schulen Markennamen angeben, dann handelt es sich um eine Pflichtverletzung, der wir nachgehen werden“, betont Rausch. Denn schließlich könnten Wettbewerber sich gegen die verbotene Werbung verwahren und sogar Forderungen stellen.

Eltern seien nach dem Schulgesetz verpflichtet, ihre Kinder auszustatten. Daher habe er grundsätzlich keine Bedenken, wenn Schulen Material- oder Einkaufslisten herausgeben, um die Orientierung zu erleichtern - nur eben ohne Markennamen. Die Beschaffung solcher Pakete sei ebenfalls nicht die Aufgabe der Lehrer oder der Schulleitung. Das gelte auch für das Aushandeln von Rabatten für die Pakete. „Wenn es so etwas an Schulen gibt, gefällt es mir überhaupt nicht“, so der Jurist.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare