Gefahr für Mini-Schulen in Schwalm-Eder

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Abschied auf Raten: In der Grundschule Loshausen wird ab 2015 nicht mehr unterrichtet.

Schwalm-Eder. Schulen, die weniger als 17 Schüler haben, sollen künftig geschlossen werden. Das legte nun der Kreistag fest.

Fast 300 Seiten umfasst der Schulentwicklungsplan des Schwalm-Eder-Kreises. 300 Seiten, die über die Situation an den Schulen des Kreises Auskunft geben. 300 Seiten, die es möglich machen, ein Stück weit in die Zukunft zu blicken und zu erkennen, wie sich der Bedarf an Gebäuden, und wie sich die Schülerströme entwickeln werden.

Mit ihrem einstimmigen Ja zum Schulentwicklungsplan stimmten die Fraktionen unter anderem für die Änderung von Schulbezirken an Grundschulen.

Schulpolitik mit Augenmaß wolle man im Schwalm-Eder-Kreis betreiben, das machte Vize-Landrat Winfried Becker bei der Sitzung des Kreistags am Montag im Bürgerhaus in Borken deutlich. Dabei sei es wichtig, den Wünschen vor Ort zu entsprechen, aber auch eine klare Festlegung für die Zukunft zu treffen.

Entscheidend sei, dass nun grundsätzlich gelte: In jeder politischen Gemeinde bleibt mindestens ein Grundschulstandort erhalten. Und wenn die Schülerzahlen in einer Schule unter 17 Kinder liegen, werde dieser Standort geschlossen. Damit wird an den Mini-Schulen gerüttelt. Bei den Grundschulen gibt es die größte Veränderung in der Gemeinde Willingshausen. Dort wird es eine gemeinsame Grundschule geben.

Sehr behutsam und orientiert am Elternwillen wolle man vorgehen, sagte Monika Vaupel (SPD). Der demografische Wandel zeichne sich auch bei den Schülerzahlen ab. Sie forderte die Parlamentarier auf, Kirchturmdenken abzulegen. Dieser Forderung schloss sich unter anderem Rüdiger Staffel (FWG) an. Kritik übte er am Konzept der Mittelstufenschulen. "Das ist kein Erfolg", sagte er. Das sah Jörg Schnitzerling (CDU) ganz anders. Er stellte sich hinter die Mittelstufenschulen.

"Wir entscheiden, was das Beste für unsere Kinder ist", sagte Schnitzerling. Daher gebe es bei der Beratung über den Schulentwicklungsplan keinen großen Streit. Er betonte, dass man durch flexiblere Schulanfangszeiten auf einen besseren Ablauf an den Schulen und zudem auf Kostenersparnisse hoffe. Mit der Entscheidung sei man nicht am Ende der Beratungen: Themen wie Inklusion seien zum Beispiel noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Ziel sei, dass sich die Schulen weiterentwickeln können, sagte Wiebke Reich (FDP). Man müsse aber ökonomisch denken. Es gelte der Grundsatz: "Kurze Beine, kurze Wege." Doch schade es nicht, wenn man ein paar Minuten mit dem Bus fahren müsse.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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