Direktoren setzen auf Eigenverantwortung der Lehrer

Schulleiter wollen kein Facebook-Verbot im Schwalm-Eder-Kreis

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Schwalm-Eder. Ein Facebook-Verbot für Lehrer ist im Schwalm-Eder-Kreis nicht geplant. In anderen Bundesländern ist es bereits umgesetzt. Aus Sicht der Schulen ist das auch nicht notwendig, wie eine Umfrage der HNA ergab.

"Wir wollen die Facebook-Nutzung nicht generell verbieten, weil sie aus unserer Sicht zu viele positive Seiten hat", sagt Frank Siesenop, Leiter des Schwalmgymnasiums in Treysa. Eine gezielte Facebook-Nutzung von Lehrern, um etwa Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen, gebe es nicht: "Dafür haben wir eine schuleigene Lernplattform", sagt Siesenop. Dennoch komme es vor, dass Lehrer und Schüler über Facebook kommunizierten. Das könne zum Beispiel sinnvoll sein, wenn Schüler längere Zeit krank waren und nun eine Frage zu verpassten Unterrichtsinhalten hätten. "Wir gehen davon aus, dass Lehrer sich auch bei Facebook professionell verhalten", erklärt Siesenop. Negative Rückmeldungen diesbezüglich habe es bisher nicht gegeben.

Auch Berthold Umbach, Leiter der Fritzlarer Anne-Frank-Schule, hält es für unnötig, Regeln für die Facebook-Nutzung aufzustellen. "Soviel pädagogische Freiheit sollte man den Lehrern zutrauen", sagt der Rektor der Haupt- und Realschule. Die Lehrer seien in Fortbildungen für das Thema sensibilisiert worden. "Neue Medien können etwas Tolles sein und positiv genutzt werden", ist Umbach überzeugt.

Kritischer sieht das Dr. Matthias Bohn, Rektor der Gesamtschule Melsungen: "Das ist ein heikles Thema" sagt. er. "Wir können nicht direkt mit Schülern über Facebook kommunizieren, dafür ist das Medium einfach zu ungeschützt." Allerdings habe Facebook für die Schüler eine große Bedeutung - mittelfristig müssten die Schulen also einen Weg finden, damit umzugehen. "Wir dürfen uns nicht zu weit von der Lebenswelt der Schüler entfernen", sagt Bohn.

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Von Damai Dewert

Quelle: HNA

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