Studie zur Einnahme von Blutgerinnungshemmern auch in Zierenberg

Fit im Umgang mit Medikamenten: Apotheker Alexander Schulze zeigt gerinnungshemmende Mittel und entsprechendes Zubehör. Patienten, die darauf angewiesen sind, sollten gut informiert sein. Foto: Ricken

Zierenberg. Patienten, die besser informiert sind über Blutgerinnungshemmer, gehen sicherer mit den Medikamenten um. Damit sinkt das Risiko schwerer Erkrankungen wie Schlaganfall. Das haben Wissenschaftler der Universitätskliniken Göttingen und Greifswald erforscht.

Für ihre Studie wurde die Arbeitsgruppe aus Klinischen Pharmakologen und Allgemeinmedizinern mit dem deutschen Forschungspreis der Allgemeinmedizin, dem mit 7500 Euro dotierten Dr. Lothar Beyer-Preis, ausgezeichnet.

Die Forscher bezogen 22 Hausarztpraxen in Südniedersachsen und Nordhessen mit insgesamt 367 Patienten in die Untersuchung ein. Grund: Die meisten Patienten, die blutverdünnende Mittel einnehmen, werden von ihrem Hausarzt behandelt.

Unter den wenigen nordhessischen Praxen war auch die Ärztegemeinschaft Dr. Dirk Wetzel, Gisela Stahl und Christian Haase aus Zierenberg. „Das ist eine wichtige Studie, an der wir uns gern beteiligt haben“, sagt Dr. Dirk Wetzel. Sie sei auch deshalb so aussagekräftig, weil sie da stattgefunden habe, wo die Patien versorgt würden, nämlich in den Hausarztpraxen. Die Studie habe die Arbeit in der Zierenberger Gemeinschaftspraxis im Prinzip bestätigt: Gut informierte Patienten, die Gerinnungshemmer wie Marcumar nehmen würden, könnten ihr Schlaganfallrisiko senken. Deshalb biete man in der Praxis zur Unterstützung Schulungen an, die sich zum Teil auch an Patienten mit anderen Krankheitsbildern richteten, wie zum Beispiel Diabetiker. Auch hier gelte, der gut informierte Patient sei besser geschützt, so Wetzel.

Bei der Studie erhielt eine Patientengruppe durch eine Medizinische Fachangestellte und mit Hilfe eines Videos, einer Broschüre und eines Abschlusstests eine persönliche Schulung zum Umgang mit Blutgerinnungshemmern. Die andere Gruppe bekam nur die Broschüre als Information. Zu Beginn und zum Ende der Studie nach sechs Monaten hatten die Forscher mit einem Fragebogen das Wissen der Patienten zum Thema Blutgerinnungshemmer abgefragt. Außerdem untersuchten sie die Blutgerinnungswerte der Patienten in diesem Zeitraum.

„Wir konnten mit unserer Studie zeigen, dass sich das Wissen der Patienten erheblich gebessert hat“, sagt Privatdozent Dr. Stefan Viktor Vormfelde, Klinischer Phamarkologe an der Uniklinik Göttingen. „Die Patienten“, so Vormfelde, „blieben häufiger im angestrebten Bereich der Blutverdünnung. Das bedeutet, dass sich die Gefahr für Blutungen sowie für Thrombosen oder Schlaganfälle verringert hat“.

Im persönlichen Gespräch und mit Hilfe des Videos verstünden die Patienten die Zusammenhänge zwischen Einnahme und Wirkung der Medikamente viel besser. Dieses Wissen mache die Patienten sicherer.

Das Schulungsvideo der Patientenstudie und weitere Infos unter http://www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/de/content/forschung/105.html

Quelle: HNA

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