Eltern unterrichten Kinder

Eltern unterrichten Kinder: Schulverweigerer Mittwoch vor Gericht

Kassel/Homberg. Das Ehepaar Schaum aus Homberg Hülsa schickt seine drei noch schulpflichtigen Kinder nicht in die Schule, sondern unterrichtet sie zu Hause. Bereits seit 20 Jahren kämpfen die streng gläubigen Eltern gegen die Schulpflicht.

Nachdem das Amtsgericht Fritzlar gegen sie entschieden hatte, steht Mittwoch in Kassel vor dem Landgericht die Berufungsverhandlung an.

„Wir wollen weiterhin den Freispruch“, sagte der Anwalt der Familie, Andreas Vogt. Das Amtsgericht hatte das Paar im Mai wegen Verstoßes gegen das hessische Schulgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen haben das Paar und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. „Bevor wir unsere Kinder in eine zweifelhafte Umgebung geben, nehmen wir das lieber selber in die Hand“, so der Vater. Er wolle über die Bildungsziele und das Bildungsklima entscheiden. Die Eltern wurde bereits zweimal zu Geldstrafen verurteilt.

Die jüngeren der neun Kinder werden vor allem von der Mutter unterrichtet. Die älteren Kinder, die auch zu Hause unterrichtet worden waren, haben über Prüfungen staatliche Haupt- oder Realschulabschlüsse mit sehr guten Noten erreicht und Berufsausbildungen absolviert. Die Amtsrichterin hatte in ihrer Urteilsbegründung betont, es gehe beim Unterrichten nicht nur um Wissen, sondern darum, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. (red)

Quelle: HNA

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