Im Haus von Angelika Schülken lernen Kinder und Erwachsene das Filzen

Altendorf: Bei Angelika Schülken lernen Kinder und Erwachsene das Filzen

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Junge Künstler: Angelika Schülken gibt in ihrem Haus in Altendorf für Kinder, aber auch Erwachsene, Filzkurse.

Altendorf. Was Antonia und Leoni mit ihren Händen entstehen lassen wollen, sieht aus wie ein ausgegerolltes Teigstück. In den Konturen ist aber schon erkennbar: Es wird ein rosafarbenes Schwein.

Fertig hergestellt liegen schon neben den Arbeitsplatten der beiden Mädchen aus Altendorf die Ohren und das Ringelschwänzchen.

Insgesamt lassen an diesem Tag 15 Mädchen und Jungen in den Werkräumen von Angelika Schülken in Altendorf ihrem kreativen Hobby freien Lauf: dem Filzen. „Normalerweise“, so die gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin, die in ihrem schmucken Fachwerkheim Filzkurse für Kinder und Erwachsene anbietet, „besteht aber eine Gruppe maximal nur aus sechs Teilnehmern.“ Auf Anfrage bietet Angelika Schülken auch andernorts Kurse an. Nach dem Berufsende durch die Geburt und Erziehung ihrer vier Kinder wollte sie nicht nur Mutter und Hausfrau sein, sondern sich in ihrer Freizeit künstlerisch beschäftigen. Erste Gehversuche unternahm sie in der Malerei, jetzt hat sie sich dem Filzen verschrieben.

Hüte, Hausschuhe, Taschen

Die Faszination und Vielseitigkeit dieses Hobbys mit Naturprodukten aus gekämmter Schafswolle, bunt schillernd wie ein Kaleidoskop, spiegelt sich in den Endprodukten wider. Aus der überwiegend verwendeten Märchenwolle, so nennt man für das Filzen gefärbte Schurwolle, spannt sich ein breit gefächerter Bogen: von Kleidungsstücken, über Hüte, Hausschuhe, Taschen und Gefäßen, bis hin zum kuscheligen Spielzeug sowie dekorativen und modischen Accessoires.

Fast alles wird hergestellt durch Nassfilzen. Das funktioniert durch Wärme, Wasser, Bewegung und Seife. Durch das warme Seifenwasser quellen die Wollfasern auf, und es spreizt sich die oberste Schuppenschicht ab. Die Bewegung, das Kneten, bewirkt eine enge Verbindung zwischen den Schuppen, so dass ein fester Stoff entsteht.

Was die Kinder bei Angelika Schülken gelernt und geschaffen haben, kann man in den kommenden vier Wochen in einer Kunstausstellung im Naumburger Café Milch und Zucker bewundern. (zih)

Das Endprodukt ihres kreativen Schaffens soll eine Handpuppe werden. So eine, wie sie Sophie aus Naumburg schon als Waldfee fertig präsentieren kann. Und auch Lorena und Simon haben ihre künstlerische Arbeit für diese Unterrichtsstunde abgeschlossen: eine in allen Regenbogenfarben leuchtende Schlange.

Quelle: HNA

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