Archiv des Schwälmer Heimatbundes: Mehr Raum für das Gedächtnis der Schwalm

Im Archiv: Historikerin Dr. Simone de Santiago Ramos begeistert sich für die Schwälmer Geschichte. Fotos: Rose

Birgit Roth und Dr. Simone de Santiago Ramos saßen buchstäblich auf gepackten Kisten: Um genau zu sein auf exakt 270 Kisten, die jeweils vier Mal bestückt wurden. Jetzt sind die Kartons ausgepackt, historisches Kartenmaterial, Urkunden und Schriften des Schwälmer Heimatbundes haben einen neuen Platz gefunden.

Umziehen musste das Archiv der Schwalm, weil der Heimatbund die Neue Wache, in dessen Obergeschoss es zuvor untergebracht war, verkauft hatte. Sein neues Domizil hat es nun in unmittelbarer Nähe gefunden, nicht weit des JVA-Parkplatzes und des Kugelkellers, in einem Fachwerkhaus. Das gehört der Justizverwaltung, der Schwälmer Heimatbund hat die obere Etage angemietet.

Einfach war es nicht, den Wunsch nach mehr Platz zu einem moderaten Mietpreis zu finden, bestätigt Mitglied Dennis Möller. Im Gespräch seien das frühere Pfalzgraf-Haus, das C.H. Schmitt-Haus, und ein Geschäft neben dem Landgrafen gewesen. Entscheidend war schließlich auch die Größe: „Wir hatten vorher 70 Quadratmeter und mussten manches in zweiter Reihe lagern“, erklärt Birgit Roth.

Dass einige Kostbarkeiten im Archiv lagern, wissen die beiden Expertinnen: Simone de Santiago Ramos ist begeistert von einer Zeitschriftenserie aus dem Ersten Weltkrieg - sie ist vollständig. Kopien gebe es in Darmstadt und Marburg. Der Schwälmer Heimatbund besitzt das Original.

Birgit Roth schätzt besonders zeitgenössische Quellen, aber auch Familienbücher und Kirchenbücher. Gern stöbert sie im Zeitungsarchiv bis 1970. Geordnet hat sie aber auch Schenkungen aus Nachlässen, etwa von den Pfarrern Giebel und Metz oder Professor Azzola. Er befasste sich vor allem mit Grabsteinen der Region. Seine komplette Privatbibliothek vermachte er dem Schwälmer Heimatbund. WEITERE ARTIKEL

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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