Astronomie: Holger Riebeling berichtet anlässlich des Weltraumforschungstages über sein Hobby

In die Schwälmer Sterne schauen

Ganz nah: Holger Riebeling hat den Mond fotografiert. Foto:Privat

Obergrenzebach. Umgeben von Sternenkarten, Kamera und Teleskop machte sich Holger Riebeling auf die Suche nach einer bestimmten Themenzeitschrift. Seine Frau Astrid betrat den Raum und lächelte: „Na, findet er nicht das Richtige in seinem Künstlerchaos?“

Mit 16 Jahren kaufte der Hobbyastronom sein erstes Teleskop. „Billig aus dem Kaufhaus, das taugte nichts“, schmunzelt der Obergrenzebacher. Heute besitzt er ein besseres, dennoch nicht das professionellste Instrument. „Ein richtig gutes Teleskop ist sehr kostspielig“, berichtet der 44-jährige.

Sein Hobby empfindet der Familienvater als Entspannung. Er arbeitet im Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn. Zusätzlich macht er Musik. Sein Hobby erfordere viel Ausdauer. „Klar, jeder schaut gerne den Saturn mit seinem Ring durch das Teleskop an. Aber das finden meine Jungs vielleicht fünf Minuten spannend“, berichtet Holger Riebeling.

Der Hobbyastronom erklärte, dass er extra nachts auf den Knüll fahre, um von dort in die Sterne zu schauen. Es sei wichtig, dass die Nacht klar ist. Besonders gut sehe man bei kühlen Temperaturen, sagt Riebeling.

Freund quengelte

„Einmal war ich bei minus 15 Grad mit einem Freund dort. Er hat nach zwei Stunden so gequengelt, dass wir fahren mussten“, erzählte der Obergrenzebacher.

„Vielleicht kann man so eine Passion als Außenstehender nicht verstehen“, meint Riebeling. Deshalb gibt es Treffen für Hobbyastronome. Jedes Jahr findet im Vogelsberg-Kreis eine solche Zusammenkunft statt. „Hauptsächlich informiere ich mich aber mit einer Fachzeitschrift und im Internet“, erklärt der 44-Jährige.

In den Weltraum reisen

Was den Weltraumtourismus betrifft, ist der Hobbyastronom skeptisch: „Das wird immer ausschließlich etwas für Reiche bleiben.“ Trotzdem würde er gerne mal auf dem Mars oder dem Mond landen. „Das würde alles toppen. “

Ob er selbst gerne als Forscher ins Weltall fliegen würde? „Jetzt ist es zu spät, aber wenn ich 20 Jahre jünger wäre, könnte ich es mir gut vorstellen“.

Der Obergrenzebacher betont, dass er kein Profi sei. Doch er hat sich ein Hobbyzimmer, eine kleine Dachnische mit Glasboden und riesigem Dachfenster, eingerichtet. „Auch von hier aus kann man gut sehen, wenn die Straßenlaternen ausgeschaltet sind.“

Neben dem Betrachten macht der Obergrenzebacher auch Fotos von den Himmelskörpern.

„Es ist spannend. Aber als Hobbyastronom wird man niemals etwas Neues entdecken. Unsere Aufgabe ist es, nachzuverfolgen, was die technisch Versierteren neu erkunden“, meinte Riebeling.

• Holger Riebelings Tipp für den Herbst ist der Jahrhundertkomet Ison. Er soll nach Vorhersagen im November zu sehen sein.

Von Carla Gisinger

Quelle: HNA

Kommentare