Dagmar Sippel aus Treysa stellt eine Fotoinstallation im Musée de la Chaise et de la Nature aus

Schwälmerin in Pariser Museum

Treysa/Paris. Da, wo vor einigen Jahren Karl Lagerfeld Trenchcoats für Hunde vorführte, stellt eine aus Treysa stammende Künstlerin aus: „Beauty“ nennt Dagmar Sippel ihre Fotoinstallation, die aktuell im Pariser Jagd- und Naturmuseum, dem Musée de la Chasse et de la Nature, zu sehen ist.

Seit 25 Jahren lebt und arbeitet die Fotografin in Paris, von ihrer Wohnung aus blickt sie auf den Eiffelturm. „Als ich 1986 das erste Mal nach Paris kam, wusste ich sofort: Dies ist die Kulisse, vor der ich mein Leben wie einen Film abspielen lassen will“, beschrieb Dagmar Sippel schon einmal der HNA das Gefühl, das sie überwältigte, als sie erstmals als Kunststudentin in der Metropole war.

Aufmerksam machte die 50-Jährige bereits mit diversen Projekten, unter anderem mit einer Ausstellung am Centre Iris direkt an der Bastille. Da präsentierte sie Selbstportraits, die sie häufig in humoresken Posen zeigen: Als Touristin vor dem Eiffelturm, neben einer Wachsfigur von Alfred Hitchcock, als Meisterdiebin der berühmten Mona Lisa.

Als visuellen Waldspaziergang, der verlockt und verführt, bezeichnet Museumsleiter Claude d’Anthenaise die Installation der Fotografin im Pariser Jagdmuseum, das einst der französisches Hochadel fest im Griff hatte und nun durch Anthenaise eine modernere Ausrichtung erhält.

„Angesichts des Terroraktes in Toulouse ist man sprachlos.“

Dagmar Sippel

Die Arbeit besteht aus zwölf Panorama-Stereoaufnahmen, die im Laufe der Jahre 2009 und 2010 in verschiedenen Wäldern und Parks realisiert wurden. Die Serie ist in einer sogenannten Visionneuse, einem drehbaren Anschaugerät zu sehen, ähnlich wie die ehemaligen Anschaugeräte auf den Jahrmärkten um die Jahrhundertwende. Die Künstlerin erklärte gestern im Gespräch mit der HNA, die Technik sei dem 3D-Verfahren ähnlich. Im Zusammenspiel mit technischer und eigener Wahrnehmung erlebt der Betrachter eine optische Täuschung, sieht die Landschaften als Relief.

Angesichts des Terroraktes in Toulouse sei man sprachlos, erklärte die 50-Jährige. Umso mehr suche sie in ihrer Kunst das „Wohlwollen“.

Sie sei ein ein Harmoniemensch, erklärt die Künstlerin, sie brauche in einem lauten, stressigen Alltagsleben die Ruhe und Schönheit eines erfrischenden Waldspaziergangs, Poesie in Farbe, eine Sequenz in dritter Dimension zum Relaxen.

www.chassenature.org.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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