Video: Fahrsicherheitstraining mit Traktoren im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Sie haben 280 PS, mächtige Räder, sind laut, mit gewaltigen Anhängern unterwegs und kommen schneller zum Stehen als ein Pkw: Während der Erntezeit werden im Landkreis viele Traktoren auf den Straßen sein.

Um Unfälle zu vermeiden und Anwohner zu schonen, veranstaltet der Maschinenring Schwalm-Eder ein Fahrsicherheitstraining für Schlepperfahrer.

Ein Novum in Hessen, wie Geschäftsführer Dr. Harald Bräutigam sagt. Die Veranstaltung auf dem Gelände der Homberger Biogasanlage wurde vom Landesverband organisiert. Viele junge Kerle, einige ältere Landwirte und nur eine Frau versuchten sich unter Anleitung von Trainer Boy Paysen vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) auf verschiedenen Traktoren mit unterschiedlichen Anhängern.

Grenzsituationen erfahren

„Die Schlepperfahrer sollen Grenzsituationen mit den mächtigen Traktoren erproben und Verhaltensregeln lernen“, sagt Bräutigam. So könne die Akzeptanz anderer Verkehrsteilnehmer und der Anwohnern erhöht werden. „Die Teilnehmer sind Multiplikatoren“, sagt Bräutigam. Gerade unter den jungen Teilnehmern werde viel über die Fahrten geredet. Bereits mit 16 Jahren dürfen sie die Kolosse fahren. Nicht alle von ihnen werden schon mal ein 15-Tonnen-Gespann von 60 Stundenkilometern in 15 Metern zum Stehen gebracht haben. „Wir wollen den Teilnehmern auch die Angst vor den großen Geräten nehmen.“

50-Kubikmeter-Anhänger gibt es nur ganz wenige im Landkreis. Die wenigsten Schlepperfahrer haben mit so einem Hänger Erfahrung. So geht es teilweise auch nur zögerlich um Hindernisse auf nasser Fahrbahn. Kaum einer, der nicht die Reihen von Pylonen umnietet. Es gehe bei dem Fahrsicherheitstraining aber nicht nur um Vollbremsungen und Slalomfahrten, sagt Bräutigam.

Lautstärke reduzieren

Die Wichtigkeit der Ladungssicherheit werde ebenso vermittelt wie Lärmreduzierung. Mit verschiedenen Drehzahlen fährt ein 280-PS-John Deere nur wenige Meter von den Teilnehmern vorüber. Der Effekt ist deutlich: Nur minimal langsamer, lässt sich die Lautstärke enorm drosseln. Mit dem Handfeger bewaffnet kehrt Bräutigam einen Anhänger ab.

Die Pflanzenreste verdrecken die Straßen und sind bei nasser Fahrbahn eine Gefahrenquelle: „Eine Minute muss es euch wert sein, vor der Abfahrt ins Kehren zu investieren“, appelliert Bräutigam an die Fahrer.

Mittelfristig sollten mehr der großen Hänger im Landkreis zum Einsatz kommen, sagt Bräutigam. So käme man mit deutlich weniger Fahrten aus. Bis zu 2000 seien es derzeit jährlich nur für die Homberger Biogasanlage. Die Zahl ließe sich auf 1200 senken.

Quelle: HNA

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