Erfolg im Bundestag & Landtag

Schwalm-Eder ist mit fünf Abgeordneten in Parlamenten vertreten

Schwalm-Eder. Die Wahlergebnisse aus dem Schwalm-Eder-Kreis liefern beste Voraussetzungen für eine Große Koalition in Berlin. Sowohl Dr. Edgar Franke (SPD), der das Direktmandat im Wahlkreis 170 gewann, als auch Bernd Siebert (CDU) werden dem 18. Bundestag angehören.

Listenplatz 4 der Landesliste reichte für den Christdemokraten diesmal aus. Vor vier Jahren war er erst nach einer zehnmonatigen Pause als Nachrücker wieder in den Bundestag eingezogen.

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Auch beim Blick auf das Landtagswahlergebnis zeigt sich, dass der Schwalm-Eder-Kreis durch Abgeordnete in Wiesbaden gut vertreten ist. Neben Günter Rudolph und Regine Müller (beide SPD) gehört auch Mark Weinmeister (CDU) dem Parlament an. Diesmal reichte dem Guxhagener ein Listenplatz 22. Vor vier Jahren sah das noch anders aus. Damals wurde Weinmeister dann Staatssekretär im Umweltministerium.

In der Frage, wie die Regierungsbildung in Berlin und Wiesbaden gelingen kann, hielten sich alle Abgeordneten bedeckt. Er neige eher einer Großen Koalition zu als einer Zusammenarbeit mit den Grünen, sagte Siebert gestern gegenüber der HNA. Die Zusammenarbeit mit der SPD von 2005 bis 2009 habe ordentlich funktioniert.

Der 64-Jährige fuhr bei seiner voraussichtlich letzten Kandidatur das beste Ergebnis ein, seit er 1994 erstmals in den Bundestag gewählt worden war. Erstmals rückte er Amtsinhaber Dr. Edgar Franke gefährlich nahe. Bei den Erststimmen fehlten ihm gerade 2,7 Prozent.

Sein Spitzenergebnis wurde durch den Zuschnitt des Wahlkreises begünstigt. Im eher konservativen Kreisteil Frankenberg gewann er fast in allen Kommunen klar. In Ober-aula und Schwalmstadt knackte Siebert sogar die 50-Prozent-Marke.

Für Dr. Edgar Franke verlief der Wahlabend spannender, als er sich das gewünscht hätte. Aber immerhin: Im Gegensatz zu manch anderem Sozialdemokraten zog er wieder direkt in den Bundestag ein.

Auch der 53-Jährige profitierte von den erdrutschartigen Stimmverlusten der FDP, allerdings nicht im selben Maße wie Bernd Siebert. Franke: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass unser alter Wählerstamm wegbricht und uns stärker an neuen Themen und jungen Leuten ausrichten.“ Die SPD habe eines des schlechtesten Ergebnisse der Nachkriegszeit eingefahren, auf das Peer Steinbrück nicht stolz sein könne. Das gelte es jetzt zu analysieren.

Hannelore Kraft sieht Franke als politische Option für die nächste Bundestagswahl. Sie bringe die nötige Wärme und politische Weitsicht mit, die die SPD brauche. Zur Koalitionsfrage wollte sich der 53-Jährige nicht äußern. Er hält es aber nicht für ausgeschlossen, dass es ein schwarz-grünes Bündnis gibt, wenn die Grünen aus ihrem Wahlergebnis personelle Konsequenzen gezogen hätten

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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