Unter 50 Jahre alt sind bei SPD 20 Prozent, bei CDU 32 Prozent

In den großen Parteien dominieren die Alten

Schwalm-Eder. Die alternde Gesellschaft bekommen auch die Parteien unangenehm zu spüren: Die größten Mitgliederanteile haben die Parteien im Landkreis in der Altersgruppe der über 50-Jährigen.

So sind unter den 4361 SPD-Mitgliedern im Schwalm-Eder-Kreis nur 376 eingetragene Genossen zwischen 14 und 39 Jahre alt. Dagegen sind über 2500 Männer und Frauen aus den Reihen der SPD 60 Jahre alt oder älter, 450 haben das 80. Lebensjahr überschritten.

Das sieht bei den Christdemokraten kaum anders aus. Unter den 1500 CDU-Mitgliedern sind fast 70 Prozent 50 Jahre oder älter, 28 Prozent haben ihren 70. Geburtstag schon hinter sich.

"Wir müssen interessanter werden für Junge", weiß SPD-Unterbezirksvorsitzender Edgar Franke, dazu müssten sich Rituale in der Politik verändern. Es sei heute sehr schwierig, jemanden zur Mitarbeit in der Partei zu bewegen.

CDU und SPD verweisen beide auf ihre Jugendorganisationen, die gut aufgestellt seien. Hier sehe die Statistik wesentlich besser aus, laut CDU-Geschäftsführer Michael Schär zählt die Junge Union rund 300 Mitglieder. Eintreten kann man hier wie dort ab dem Alter von 14 Jahren, der Beitritt in die jeweilige Partei ist freigestellt.

Von „einer guten Mischung unter den Altersgruppen“ berichtet Bündnis 90/Die Grünen. Beim Kreisverband Schwalm-Eder sind knapp 40 Prozent der Grünen jünger als 50 Jahre. Die klar stärkste Gruppe ist bei der grünen Partei die der 50- bis 59-Jährigen, zu dieser Alterssparte gehören mehr als 35 Prozent. Über 70 Jahre alt sind weniger als sieben Prozent der Grünen in Schwalm-Eder.

Für Franke, der als Bundestagsabgeordneter in Berlin arbeitet, geht es jetzt um grundsätzliche Änderungen. Der Wähler sei im Vergleich zu früheren Jahrzehnten der Republik wesentlich anspruchsvoller, "die Leute wollen echte Typen, keine Politikautomaten, die Textbausteine von sich geben". In allen gesellschaftlichen Gruppierungen gehe es verstärkt darum, die Menschen zur Teilnahme zu bewegen, "was wir brauchen, ist ein Wir-Gefühl".

Außer SPD, CDU und Bündnis 90/Grüne hatten wir auch bei der FDP nach der Mitgliederstatistik gefragt, allerdings unter Hinweis auf den Datenschutz keine Angaben erhalten.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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