Hessisches Diakonie-Zentrum erarbeitete neues Konzept

Hephata: Jeder hat ein Recht auf Sexualität

Schwalm-Eder. Sexualität gehört zu jedem Menschen dazu, auch zu Behinderten. Das ist die Botschaft der Hephata-Diakonie in Treysa. Sie hat ihre Mitarbeiter zu dem sensiblen Thema Sexualität geschult.

In Zusammenarbeit mit Pro Familia fanden Informationsveranstaltungen statt, wie mit sexuellen Rechten und Bedürfnissen der Bewohner und Patienten umzugehen sei, zudem soll sexuelle Gewalt verhindert werden.

460 Mitarbeiter nahmen an 13 Informationsveranstaltungen teil. Besprochen wurden dabei auch die für jeden Bereich, etwa die Jugend- und Behindertenhilfe, spezifischen Themen, teilte das Diakoniezentrum mit. Die Mitarbeiter konnten Fragen aus ihrem Arbeitsalltag stellen. Neben der Frage, wie Sexualität beispielsweise den geistig Behinderten erklärt werde, steht für Direktorin Barbara Eschen ein anderes Problem im Mittelpunkt: „Wie gehe ich damit um, wenn ein Bewohner kommt und sagt, hier, das ist meine Freundin?“, sagte sie der HNA.

Es sei wichtig, Betreuer und Mitarbeiter auf solche Situationen vorzubereiten, um ihnen Orientierung und Sicherheit zu bieten. Den Bewohnern soll ermöglicht werden, ihr Leben dadurch noch ein Stück mehr selbst in die Hand zu nehmen.

Neben den Schulungen gab Hephata ein Informationsheft heraus, darin schreibt Barbara Eschen: „Oft bleibt unausgesprochen und ungeklärt, wie sexuelle Rechte wahrgenommen werden können.“ Ziel ist es nun, dass Hephata-Beschäftigte sich mit dem neuen Konzept identifizieren.

Zudem wurden auch Verhaltensregeln bei Verdacht auf sexuelle Gewalt thematisiert. Jeder leitende Mitarbeiter soll Ansprechpartner im Verdachtsfall sein.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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