Schwalmbräu ist seit fünf Generationen in Familienhand 

Immer blitzblank: Eckhard Haaß an einem der beiden Sudkessel. Sie wurden in den sechziger Jahren eingebaut und müssen regelmäßig poliert werden. Foto: Quehl

Schwalmstadt.  Das Polieren der kupfernen Sudkessel ist in der Privatbrauerei Friedrich Haaß in Treysa traditionell die Arbeit des Auszubildenden, und das ist zur Freude seines Vaters Eckhard Haaß und dessen Vater der 18-jährige Paul Haaß, Vertreter der fünften Generation.

1965 wurden die Kessel eingebaut. Drei Mal die Woche werden sie im Jahresschnitt benutzt, 700 000 Liter Gerstensaft verließen dieses Jahr die fast 200 Jahre alte Brauerei. Damit ist Eckhard Haaß vollauf zufrieden, denn erstmals seit längerem ist die jährliche Ausstoßmenge Schwalmbräu nicht geringer geworden. Das liegt auch am optimierten Sortiment. Das im Frühjahr eingeführte „Haaßebier“ wird ganzjährig angeboten und kommt gut an bei den Kunden, gerade auch bei Frauen und jungen Leuten. Grund: Es ist vom Typ her ein Exportbier und damit „mild und süffig“. Die Flasche ziert der von den einstigen Bierdeckeln bekannte nostalgische Haase mit dem gestemmten Humpen, den ein Bekannter vor Jahren im Auftrag des Seniors entworfen hatte. Vom selben Zeichner stammt auch der Schwälmer mit der Kappe.

Kurzclip: Kurzclip: Schwalbräu-Chef Eckhard Haaß präsentiert die neu gestalteten Bierkisten

Letzterer kam im Sommer zu neuen Ehren, als sämtliche Bierkisten der Brauerei Haaß mit neuen Aufklebern mit seinem Konterfei aufgefrischt wurden - 12 000 Kisten, 48 000 Kleber. Die 20 Jahre alten blauen Kisten selbst sind überwiegend noch tadellos, berichtete der Braumeister. Der Schwund an dem Pfandgut ist sehr gering, und eine Mehrwegglasflasche findet gut und gerne 60 Mal den Weg zurück in die hauseigene Abfüllanlage. An den wöchentlichen Abfülltagen laufen dann pro Stunde 5500 Stück übers Band, die meisten gefüllt mit Pils („Brot- und Butterbier“). Das dunkle Landbier im Sommer und das Bockbier im Winter kommen gerade mal auf fünf Prozent, das neue Haaßebier auf rund 20 Prozent.

Die Nutzung von Mehrweggebinden ist übrigens besonders ökologisch, wenn sie regional vertrieben werden, „eine Mehrwegflasche von München nach Hamburg und wieder zurück zu karren, ist weniger sinnvoll“.

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Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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