Schwalmstadt: Nach Verfolgungsjagd vor dem Richter

Treysa. Dichtes Auffahren, Drängeln mit der Lichthupe, wilde Überholmanöver und schließlich ein Unfall - und das alles mit zwei kleinen Säuglingen im Auto. Dieses lebensgefährliche Szenario soll sich am 8. November vergangenen Jahres auf der Straße zwischen Schrecksbach und Leimsfeld ereignet haben.

Jetzt musste sich der Fahrer vor Gericht verantworten. Der 47-jähriger Mann aus Lauterbach, in dessen Auto die kleinen Kinder saßen, musste bereits zum zweiten Mal in dieser Sache als Angeklagter vor dem Treysaer Amtsgericht erscheinen.

Ihm wird Nötigung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr zur Last gelegt. Beim ersten Verhandlungstermin wollte der Angeklagte einen Pflichtverteidiger, was das Gericht aber ablehnte. Aber auch bei der jetzigen Verhandlung fällte das Gericht keine Entscheidung. Die Verhandlung wurde vertagt, weil nun ein Sachverständiger eingeschaltet werden soll.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Angeklagten, auf einer Strecke von etwa 15 Kilometern einem Alsfelder zu dicht aufgefahren zu sein und ihn mit der Lichthupe bedrängt zu haben. Immer wieder überholten sich die Autos gegenseitig. Zudem soll der Angeklagte dem Alsfelder vor einem Kreisverkehr das Überholen durch das Beschleunigen seines Fahrzeuges erschwert haben und so ein riskantes Überholmanöver in Kauf genommen haben.

Im weiteren Verlauf der Fahrt soll der Angeklagte bei Leimsfeld dann wieder versucht haben, das Auto des Alsfelder zu überholen.

Als beide Fahrzeuge auf gleicher Höhe nebeneinander fuhren, soll der Angeklagte mit seinem Wagen versucht haben, das Auto des Alsfelder nach rechts abzudrängen. Es kam zum Unfall. Verletzt wurde niemand. Jedoch entstand am Fahrzeug des Alsfelders ein Sachschaden in Höhe von 6000 Euro.

Der Angeklagte, der bereits wegen Nötigung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr in anderen Fällen verurteilt worden ist, sagte dagegen vor Gericht wortreich aus, dass mit ihm die falsche Person auf der Anklagebank säße.

„Die Vorwürfe sind samt und sonders haltlos“, meinte der Lauterbacher, der derzeit von Hartz-IV lebt. „So wie in der Anklageschrift beschrieben, kann es aus verkehrstechnischen Gründen gar nicht gewesen sein.“ Dies hätte die ermittelnden Stellen auch leicht feststellen können, war der 47-Jährige überzeugt, und stellte kurzerhand Strafantrag gegen den ermittelnden Staatsanwalt.

Zudem sei er von dem Alsfelder genötigt worden. Auch die Zeugen hätten das Geschehen gar nicht sehen können, da es hinter einer Kurve lag. Er warf auch den Vorwurf in den Raum, dass sich die Zeugen zu seinen Ungunsten abgesprochen hätten.

Zur weiteren Klärung des Sachverhalts beauftragt das Gericht nun einen Sachverständigen. Die Verhandlung wurde vertagt. Bis dahin bleibt der Führerschein des Lauterbachers weiter eingezogen.

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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