Schwalmstadt: Neuer Investor saniert ehemalige städtische Schrottimmobilie

Sozialer Brennpunkt: Diese Hälfte des Wohnblocks 11/13 in der Hersfelder Straße in Treysa wird bereits saniert, die dahinter ist noch teilweise bewohnt. Die städtische Wohnungsgesellschaft hat sich kürzlich von der Schrottimmobilie getrennt. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Nach jahrelanger Diskussion hat sich die Stadt Schwalmstadt vom Wohnblock in der Hersfelder Straße 11/13 in Treysa getrennt. 70.000 Euro hat der Vertragspartner für das teils nicht mehr bewohnbare Gebäude mit zwölf Wohnungen bezahlt und ist bereits dabei, die leerstehende Hälfe (Foto) zu sanieren.

Es werde keine Luxussanierung werden, berichtete der neue Eigentümer, der nicht genannt werden möchte, gegenüber der HNA. Mit der Wiederherstellung der anderen Hälfte will er beginnen, sobald die Mieter alle eine neue Bleibe haben. Denn augenblicklich sind noch mindestens drei Wohnungen bewohnt. Eine Maklerin sei eingeschaltet, um die Menschen gut unterzubringen, sagte uns der neue Eigentümer.

Wie Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck unserer Zeitung auf Anfrage berichtete, hätte die stadteigene Wohnungsgesellschaft KWS mindestens 570 000 Euro in die Sanierung des Komplexes stecken müssen. Nach einem Ortstermin des Bauausschusses sei die Entscheidung gereift, auf das Kaufangebot durch den privaten Investor einzugehen. Dann habe sich das Stadtparlament kurz vor der Sommerpause Mitte Juli für den Verkauf ausgesprochen, es war ein Tagesordnungspunkt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Kaufsumme entspreche dem erstellten Wertgutachten. Schwierzeck betonte, dass der Kaufvertrag nicht die Mietverträge breche.

Die Zukunft der KWS und insbesondere dieses Gebäudes war in der Vergangenheit zunehmend zum Politikum geworden. Der verstorbene Bürgermeister Dr. Näser und die CDU waren klar für Veräußerung, dagegen hielten noch im Dezember SPD, Grüne und Linke.

Laut Schwierzeck wurde über alle Fördermöglichkeiten nachgedacht, doch die Stadt habe das Geld für die Sanierung einfach nicht, so sei es zum Verkauf gekommen.

Die stadteigene KWS (Kommunale Wohnungsgesellschaft Schwalmstadt) mit ihren 80 Wohneinheiten steckt seit Jahren in tiefroten Zahlen. Die Schulden betragen aktuell rund 1,8 Mio. Euro. Der Erfolgplan für das laufende Wirtschaftsjahr prognostiziert einem Jahresverlust von fast 80 000 Euro.

Ein Teil der Wohnungen in der Hersfelder Straße 11/13 diente dabei zur Obdachlosenunterbringung, dafür muss sich Schwalmstadt jetzt nach einer Alternative umsehen. Der Verkaufserlös des Blocks wird laut Erstem Stadtrat umgehend verwendet für die Beseitigung von Schäden in zwei anderen KWS-Wohnungen.

Quelle: HNA

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