Ohne Kehrmonopol bleibt doch alles beim Alten

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Schwalmstadt. Geräuschlos ist das Kehrmonopol der Schornsteinfeger gefallen. Umgekehrt haben Hauseigentümer jetzt die Pflicht, das vorgeschriebene Kehren und Messen ihrer Anlagen in Auftrag zu geben.

Befugt dazu sind alle Bezirksschornsteinfeger, 22 an der Zahl im Schwalm-Eder-Kreis, aber auch speziell fortgebildete Heizungsbauer und -installateure.

Eine wirkliche Wettbewerbssituation wird sich aber in absehbarer Zeit nicht entwickeln, denn die Fachleute der Innung Heizung und Sanitär denken gar nicht daran, mit den Schornsteinfegern in Konkurrenz zu treten. Obermeister Arno Hucke (54, Borken) ist kein einziger Kollege bekannt, der die Zusatzqualifikation erwerben will. Hingegen arbeite man vertrauensvoll mit den Schornsteinfegern zusammen.

Große Veränderungen erwartet auch Bezirksschornsteinfeger Frank Model (53, Schwalmstadt) für sich und seine Kollegen im Landkreis nicht. Lediglich einer seiner früheren Kunden hat bisher angekündigt, die Arbeiten von einem anderen Betrieb ausführen zu lassen - nicht wirklich viel bei rund 2500 Gebäuden, die Frank Model betreut. Und so lange sein Kundenstamm bestehen bleibt, trägt sich der Schornsteinfegermeister in vierter Generation auch nicht mit dem Gedanken, Neukunden jenseits seiner Bezirksgrenzen anzunehmen. Das könne er schon wegen des herrschenden Mangels an Fachpersonal nicht.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich eine weite Anreise für qualifizierte und registrierte Heizungsbauer oder gar Schornsteinfeger aus anderen Bezirken grundsätzlich nicht rechnet, nur in Ballungsgebieten mit großen Wohneinheiten könnte sich das anders darstellen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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