JVA Schwalmstadt

JVA Schwalmstadt: So leben die Sicherungsverwahrten

Schwalmstadt. Modern funktional - hell und lichtdurchflutet. Kein Studentenwohnheim, sondern ein modernes Gefängnis. Haus C - schon das Schild neben der Tür macht auf den Sonderstatus innerhalb des Weiterstädter Gefängnisses aufmerksam: Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt, Zweiganstalt Weiterstadt.

Der lange Flur, der die Unterkunftshäuser verbindet, erinnert an eine postmoderne Industrieanlage.

Keinen Anspruch auf Freiheit, aber auf mehr Freiraum. Das kommt im Gefängnis in Weiterstadt für Hessens Sicherungsverwahrte bereits zum Tragen. Einerseits habe man sich den räumlichen Gegebenheiten in Weiterstadt anpassen müssen, andererseits werden schon die künftigen Gesetzesvorgaben umgesetzt, erklärt Doris Breuer-Kreuzer. Die 52-Jährige ist derzeit als Abteilungsleiterin Sicherungsverwahrung nach Weiterstadt abgeordnet, sonst ist die Psychologin stellvertretende Leiterin der Sozialtherapeutischen Justizvollzugsanstalt Kassel.

Hauszentrale: Gemeinsam mit anderen Schwalmstädter Kollegen ist Armin Köhler nach Weiterstadt abgeordnet.

Diese Art der Unterbringung ist eine besondere Herausforderung für die Strafvollzugsexperten: Mit den 30 Schwalmstädter Kollegen aus dem Vollzugsdienst und den Fachkollegen betrete sie Neuland, das so noch keiner gestaltet habe, sagt die Psychologin. Einerseits ist die räumliche und körperliche Nähe zwischen Verwahrten und Personal größer geworden: Büros und therapeutische Besprechungsbereiche befinden sich innerhalb des Vollzugbereichs, denn „es wird erwartet, dass wir mehr Kontakt zu den Insassen haben“, sagt Carsten Lang, stellvertretender Bereichsleiter. Andererseits wird aus dem Zusammenleben auf engstem Raum viel Druck genommen, denn die als hoch gefährlich eingestuften Menschen bewegen sich frei in dem dreistöckigem Gebäude, müssen sich nur abmelden, wenn sie innerhalb des Hauses die Wohneinheit wechseln. Zu den Aufgaben der Mitarbeiter gehört es, auch den Alltag der Insassen zu gestalten. Insgesamt gibt es mehr Freizeit- und Therpieangebote. Bereits mehr als zwei Drittel der Sicherungsverwahrten nutzen die Arbeitsangebote des Weiterstädter Gefängnisses. Nach ersten Einschätzungen von Lang und Breuer-Kreuzer ist der Alltag der Insassen insgesamt „strukturierter und lebendiger geworden“.

Mehr in unserer gedruckten Ausgabe.

Fotos: Schwalmstädter Sicherungsverwahrte in Weiterstadt

Schwalmstädter Sicherungsverwahrte in Weiterstadt

Quelle: HNA

Kommentare