Armbruch in der Skatpause

Sicherungsverwahrter sollte Mithäftling verletzt haben – Freispruch

Schwalmstadt. Weil er einen Mithäftling schwer verletzt haben sollte, war ein 53-Jähriger vor dem Amtsgericht Schwalmstadt angeklagt. Der Sicherungsverwahrte sollte laut Anklage bei einem Skatspiel im Mai letzten Jahres ausgerastet sein und einem 52-Jährigen den Arm gebrochen haben.

Der Angeklagte saß zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat in der JVA Schwalmstadt ein. Weil der Tathergang mangels Beweisen und Zeugenaussagen nicht eindeutig geklärt werden konnte, wurde der mehrfach Verurteilte bei der Verhandlung diese Woche freigesprochen.

Ein Justizbeamter berichtete während der Verhandlung, dass der verletzte Häftling eine Woche nach dem Vorfall auf Nachfrage ihm gegenüber angegeben habe, dass ihm der Angeklagte den Arm gebrochen habe, „er sagte, er sei gefallen. Ich wisse ja, was das heißt“. Einzelheiten der Attacke berichtete der 52-jährige dem Beamten nicht. „Er sagte, dass er sich aus Angst bis jetzt nur dem Pfarrer offenbart habe.“

Daraufhin leitete der Beamte eine Untersuchung des Geschehens ein. Diese ergab, dass sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Freizeibereich der Sicherungsverwahrung der JVA regelmäßig eine Skatrunde traf.

Während einer längeren Partie brach sich der 52-jährige Häftling in einer Spielpause den Arm. Seine Mitspieler berichteten später beim Verhör in der JVA, entgegen den Angaben des Verletzten, dass dieser gestürzt sei. Dabei sei er unglücklich auf einen Blumenkübel gefallen und habe sich den Arm gebrochen.

Während der Verhandlung vor dem Amtsgericht konnte sich der 52-Jährige dann an kein Gespräch mit einem Justizbeamten über diesen Vorfall erinnern. Auch ein Gespräch mit dem Pfarrer habe es nie gegeben.

Da auch der Pfarrer keine Angaben über mögliche Gespräche mit dem Häftling machen wollte, endete die Verhandlung mit einem Freispruch. Der Richter merkte jedoch an, dass der Tatverdacht durch die Verhandlung nicht ausgeräumt wurde.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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