Schwalmstadt wird neue Hausherrin der Wache

Ziegenhain. Die Wache am Paradeplatz wird Eigentum der Stadt Schwalmstadt. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gab es eine breite Zustimmung zur Übernahme des aktuellen und künftigen Touristikstandortes, der dem Schwälmer Heimatbund (SHB) gehörte. Der SHB, Betreiber des Museums der Schwalm, erhält als Kaufpreis 81.000 Euro, das ist der vom Gutachterausschuss Schwalm-Eder ermittelte Wert.

Gezahlt wird in sieben Jahresraten à 10.000 Euro und einer abschließenden Rate in Höhe von 11.000 Euro. Mit Nein stimmten hier Mitglieder der FWG.

Außerdem hat sich die Stadt verpflichtet, im Anschluss ab dem neunten Jahr den auch bisher gewährten Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro weiter zu zahlen, und zwar für fünf Jahre (im ersten Jahr beträgt der Zuschuss 9000 Euro).

Die Zustimmung zu diesem Passus fiel geringer aus, die Freien Wähler enthielten sich, mit Nein stimmten vier Stadtverordnete von Bündnis 90/Grüne.

Denn während Sprecher von SPD- und CDU-Fraktion ihre Freude über die Einigung ausdrückten, sehen die kleineren Fraktionen den Handel mit gemischten Gefühlen. „Die Freude hält sich in Grenzen“, meinte Johannes Biskamp (Grüne). In Zeiten der Konsolidierung der Stadtfinanzen sei die Zuschussverpflichtung an den Heimatbund ein Vorgriff auf die freiwilligen Leistungen. Der SHB sei verdienstvoll, doch handele es sich um einen Schnellschuss, man solle nicht ausgeben, was man nicht hat.

Keine Mehrheit fand sich für den Vorschlag von FWG-Fraktionschefin Christel Bald. Ihr wäre die Anmietung eines Touristikstandorts viel lieber gewesen, außerdem sollten die Gesamtkosten für die Wache inklusive der Sanierungs- und Anbaukosten noch einmal in den Ausschüssen unter die Lupe genommen werden.

Der Konter von Philipp Zmyj-Köbel (CDU) lautete, dass der Sanierungsbedarf für die Wache immer bekannt war. Ob Skeptiker es wohl befürworten würden, wenn alternativ „eine Spielhölle oder ein Handyshop“ dort einziehen würden? Bürgermeister Dr. Gerald Näser erinnerte an die ungeteilte Zustimmung des Stadtparlaments zum Touristikstandort Wache noch im Mai, obwohl der Magistrat die Anmietung der Alten Apotheke vorgeschlagen habe.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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