Nach Restauration neu eröffnet

Gasthaus aus dem Jahr 1867: Der Schwan lebt wieder

Freuen sich auf die Wiedereröffnung des Gasthauses zum Schwan, das jetzt zum Schwane heißt: Frank und Heidi Hilgenberg mit Tochter Karina-Franzisca und Bürgermeister Volker Steinmetz. Fotos/Repro: Schaake

Felsberg. Das altehrwürdige Gasthaus zum Schwan an der Eder in Felsberg erwacht zu neuem Leben. Dank der Initiative der neuen Eigentümerfamilie Hilgenberg wird der Schwan mit Biergarten künftig an den Wochenenden wieder offen sein. Offizielle Eröffnung ist am Samstag, 11. Mai.

„Wir leben sehr, sehr gern hier und haben das Gebäude genutzt, uns zu verwirklichen“, sagen Inhaberin Heidi Hilgenberg und ihr Mann Frank.

Sie betreiben das Gasthaus mit ihren drei Töchtern und dem Sohn. Weil sich Heidi Hilgenberg gern eine weibliche Note wünschte, heißt das Gasthaus nunmehr „Zum Schwane“ statt zum Schwan.

Das jetzige Fachwerkhaus erbaute Wilhelm Aßmus im Jahre 1867. Er ist der Großvater des langjährigen Wirtes Fritz Aßmus, der den Schwan mit seiner Schwester Christa betrieb und 1998 aus Altersgründen schließen musste. Lange stand das beliebte Gasthaus leer, im August 2004 kauften Frank und Heidi Hilgenberg Grundstück und Gebäude. Sie lebten 13 Jahre lang in ihrem Neubau in Hilgershausen, „wir suchten aber schon immer etwas Altes“.

Die Hilgenbergs lieben ihren Schwan. „Wenn wir unter den schönen alten Bäumen im Garten sitzen, vergessen wir die Zeit“, sagt Heidi Hilgenberg.

Etwa 15.000 Arbeitsstunden hat die Familie investiert, um das Gebäude von Grund auf zu sanieren und renovieren. Stellenweise haben sie fünf Tapeten übereinander gefunden. Und stießen dabei auch auf eine Zeitung aus dem Jahr 1904, die man als Tapetenersatz verwendet hatte.

Festsaal mit alten Kronleuchtern: Dort fanden einst große Feste der EAM Felsberg statt. Über der Bühne sind die Buchstaben EAM zu erkennen. In dem Festsaal befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg das Kino Union-Lichtspiele.

Alle Wände wurden wieder mit Lehm verputzt. Das Landesamt für Denkmalpflege unterstützte das Projekt finanziell. „Man hat uns sehr gut beraten, und die Zusammenarbeit mit Professor Dr. Peer Zietz und Rudolf Bahl war sehr gut“, sagt Frank Hilgenberg.

Die alte Theke von Fritz Aßmus steht noch, Heidi Hilgenberg hat aus dem ehemaligen Kino (siehe Hintergrund) noch ein Paar Stühle gerettet, und im Biergarten stehen Tische und Stühle aus alter Zeit. Schon als die Hilgenbergs das Anwesen kauften, beschlossen sie, es wieder als Gasthaus zu betreiben, „aber wir brauchten unsere Zeit“. Seit fünf Jahren bieten sie in dem herrlich gelegenen Garten bereits Camping für Kanuten an. Das werde sehr gut angenommen. Das Kanu-Camping runde das Angebot im neuen Biergarten ab.

Selbst gebackenen Kuchen bietet die Familie in gemütlicher Atmosphäre an. „Lassen Sie sich verzaubern, wenn die 1980er Jahre in bester Lage auf das Flair der Neuzeit treffen und sich in neuem Glanz präsentieren“, sagt Heidi Hilgenberg. Vorerst wolle man nur am Wochenende öffnen, „mal sehen, wie es läuft“.

• Öffnungszeiten: freitags von 14 Uhr bis Mitternacht, samstags ab 12 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 21 Uhr.
• Kontakt: Telefon 05662/4587.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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