Kraftstoffpreise an Tankstellen - Beständig ist nur die Unbeständigkeit

Schwankungen an der Säule

Zeigt her, die Zapfpistole: Frank Hofmann betreibt eine Tankstelle in Naumburg. Auch er wundert sich zuweilen über die schwankenden Spritpreise. Foto:  Markus Berger

Wolfhager land. Sie ist ein Fass ohne Boden, die Entwicklung der Spritpreise. Kaum ein anderes Produkt unserer Marktwirtschaft unterliegt solch starken Schwankungen wie das wertvolle Öl, das die meisten Autofahrer zum Betreiben ihrer Fahrzeuge benötigen.

Auch im Wolfhager Land sind die Preise für Benzin und Diesel selten über einen längeren Zeitraum konstant. Michael Schmidt, Pächter der bft-Tankstelle in Wolfhagen, warf für unsere Zeitung einen Blick auf die vergangenen Tage: „Die vorige Woche über war der Spritpreis recht wechselhaft und wurde insgesamt teurer.“ Habe der Super-Kraftstoff am Montag vor acht Tagen noch 1,36 Euro pro Liter gekostet, stiegen die Benzinpreise die ganze Woche über stetig an. „Am Donnerstag stand unser Benzin schon bei 1,42 Euro.“ Noch auffälliger verlief die Entwicklung des Dieselpreises. „Vor gut einer Woche stand unser Diesel noch bei 1,19 Euro. Am Donnerstag waren wir schon zehn Cent darüber - bei 1,29 Euro pro Liter“, sagt Herbert Hofmann von der Calpam-Tankstation in Naumburg. Und Sohn Frank ergänzt: „An manchem Tag ging der Preis für Benzin zehn Cent rauf und wieder runter.“

Diese Unregelmäßigkeit der Spritpreise beschert im Grunde allen Beteiligten deftige Nachteile. Den Tankstellenpächtern bleiben die Kunden weg, den Autofahrern schrumpft zusehends der Geldbeutel. Iris Schwenke von der Esso in Wolfhagen erzählt: „Weil in den letzten Wochen die Preise stetigen Schwankungen unterliegen, tanken die Menschen nicht so viel wie sonst.“ Die Kunden, so Schwenke, schauen grundsätzlich auf den Preis und passen ihr Tankverhalten an. „Derzeit ist der Montag einer der günstigsten Tage, und viele tanken deshalb zum Wochenanfang ihre Autos voll.“ Bei ansteigenden Preisen befüllen Kraftfahrer ihre Vehikel häufig nur für zehn bis 20 Euro und warten auf einen Preisrückgang, so Schwenke.

Doch woran liegt dieses permanente Auf und Ab der Mineralölpreise? Dr. Karin Retzlaff vom Mineralölwirtschaftsverband in Berlin erklärt: „Der hohe Wettbewerb im deutschen Tankstellenmarkt führt zu diesen starken Schwankungen.“ So gebe es bundesweit 15 000 Tankstellen, teils mehrere in ein und derselben Stadt. „Dieser Konkurrenzkampf beschert uns die stetige Wandlung der Kraftstoffpreise.“

„Die Hersteller produzieren immer effizientere Fahrzeuge, und die benötigen eben weniger Sprit als alte Autos.“

Dr. karin retzlaff

Ein weiterer Grund sei die Entwicklung auf dem Kfz-Markt. „Die Hersteller produzieren immer effizientere Fahrzeuge“, so Retzlaff, „und die benötigen eben weniger Sprit als alte Autos.“ Auch aus diesem Grunde werde immer weniger getankt, und das alles wirke sich natürlich auf die Spritpreise aus. Jürgen Nasemann aus Naumburg ist Autofahrer, und der Mann hat keine Wahl. „Ich arbeite im VW-Werk, und da muss ich nun mal jeden Tag hin.“

Von Markus Berger

Quelle: HNA

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