Schwarzenberg-Theater feiert sein Bestehen mit den Highlights aller Programme

Schwarzenberg. Je globaler die Welt wird, desto mehr orientieren sich die Menschen am Lokalen. Zu dieser Ansicht ist Bernd Köhler in den vergangenen Jahren gekommen. Vor 25 Jahren hat der 70-Jährige mit einigen Kabarett-Kollegen das Schwarzenberg-Theater gegründet.

Zu dieser lokalen Orientierung gehöre auch der Dialekt, der in den Anfangsjahren des Kabaretts eher verpönt war. „Früher dachten wir, das klingt doch doof. Heute saugen die Leute das auf.“

Mit dem Programm „Spottlichter reloaded“, das die Highlights aus den vergangenen 25 Jahren präsentieren soll, wird das Bestehen des Theaters in den kommenden Wochen im Schwarzenberg-Theater und der Melsunger Stadthalle gefeiert - einige, wenige Restkarten gibt es noch. Außerdem sind Zusatzvorstellungen geplant.

„Heimat ist schon wichtig“, sagt Köhler, der kürzlich seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Den nordhessischen Dialekt hat er aber erst auf der Bühne gelernt, sagt der gelernte Goldschmied- und Uhrmachermeister. Er wird als nordhessischer Grantler Justus Riemenschneider durch das Jubiläumsprogramm führen. Und auch sonst ist das Ensemble des ersten Programms aus dem Jahr 1989 bis auf eine Person fast komplett, sagt Köhler. „Wir sind immer in Kontakt geblieben.“

Überhaupt ist der Juwelier überrascht über die lange Zeit des Bestehens: „Es ist selten, dass ein Theater 25 Jahre besteht.“

In dem Jubiläumsprogramm werden zum Beispiel Stücke von 1989 gezeigt, als das Programm der „gehässischen Silberhochzeit“ lief. Damals sei alles ein wenig „öko“ gewesen, erinnert sich Köhler. Es ging um das Ozonloch und den Ost-West-Konflikt, bis plötzlich die Wende kam und sich der Eiserne Vorhang öffnete. Eine spannende Zeit für Kabarettisten.

Mit Blick auf die damalige Zeit hat sich aber auch die eigene Ansicht etwas geändert: Als politische Kabarettisten habe man damals die Welt verändern wollen. „Heute sehen wir, dass sich nichts ändert“, sagt Köhler mit einem Grinsen. Weitere Inhalte kommen aus dem Jahr 1991, als sich das Programm „Wirt-schaffts-Chaos“ nannte, als sich „Wessis“ und „Ossis“ die Treuhand reichten. Dazu gab es Geschichten vom Urlaub. Mit dabei der Song „Im Frühstau zu Berge.“

Alle drei Jahre haben sie ihr Programm erneuert. Insgesamt entstanden so sieben Ensembleprogramme und fünf Soloprogramme von Bernd Köhler alias Justus Riemenschneider. Mehr als 500 Mal hat sich seitdem der Vorhang der Spottlichtbühne in Schwarzenberg geöffnet.

Viele der Themen von damals haben nichts an Brisanz verloren und kommen wieder, sagt Köhler. „Ich gucke heute in manche Texte von vor 15 Jahren, die ich gestrichen haben und merke heute, dass sie funktionieren und beim Publikum ankommen.“

Köhler selbst kann sich übrigens nicht so gut andere Künstler anschauen. „Entweder werde ich neidisch oder wenn sie schlecht spielen, leide ich mit“, sagt der 70-Jährige.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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