Mitarbeiter der HLG stellten Vermarktungskonzept für ehemalige Kasernen vor

Dörnberg- und Ostpreußenkaserne: Das Schweigen ist gebrochen

Homberg. Zum ersten Mal haben am Donnerstagabend zwei Mitarbeiter der Hessischen Landgesellschaft (HLG) im Homberger Stadtparlament das Vermarktungskonzept für die beiden ehemaligen Kasernengelände vorgestellt.

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Bereits seit zwei Jahren vermarktet die zwischenzeitlich stark in die Kritik geratene HLG das Gelände für die Stadt. „Wir sind dankbar, dass wir auch mal unsere Sicht der Dinge darstellen können“, sagte Alexandra Brede gleich zu Beginn. Bei der Vermarktung habe sich noch nicht ganz so viel getan, so Brede. Sie betonte, dass sie mit offenen Karten spielen wolle. „Es soll Ordnung reinkommen und wir wollen das Gelände gemeinsam voran bringen.“ Brede erklärte, dass bislang sechs Verträge beurkundet wurden; vier davon in der ehemaligen Ostpreußenkaserne, zwei in der ehemaligen Dörnbergkaserne. Die Kanalarbeiten sollen auf dem Gelände der Ostpreußenkaserne bis Ende September 2014 abgeschlossen sein. Straßenbauarbeiten und die Erneuerung der Wasserleitung der restlichen Versorgungsleitungen starten im Oktober.

In der Dörnbergkaserne dauert die Kanalerneuerung und -sanierung bis Ende November. Anschließend beginnen dort die Straßenbauarbeiten. „Die Örtlichkeiten verlangen uns einiges ab“, so Brede.

Deutlich wurde, dass die Vermarktung bislang ein Minusgeschäft ist. Die HLG rechnet mit einem Mindererlös von mindestens 500.000 Euro. „Das wird eher noch ins Negative abweichen. Nicht ins Positive“, sagte Brede. Alleine die Erschließungskosten lägen 2014 bei 4,3 Mio. Euro und 2015 rechne man mit 1,3 Mio. Euro.

Dagegen kalkuliere man mit einer Förderung von 1,75 Mio. Euro. Im nächsten Jahr rechnet die HLG mit Verkaufserlösen in Höhe von 350.000 Euro und 2016 mit 1,5 Mio. Euro.

Auswirkungen auf das Ergebnis hätten unter anderem Kosten für Ausgleichsmaßnahmen, der Auszahlungszeitpunkt der Fördermittel, aber auch die Außenwirkung habe einen Anteil am Vermarktungserfolg.

Erleichtert zeigte sich Brede, dass nun Baurecht geschaffen sei. „Dadurch lässt sich das Gelände besser vermarkten, als in dem bislang luftleeren Raum.“ Auf Fachmessen, durch Bauschilder und durch Anzeigen sowie durch eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Schwalm-Eder und dem Regionalmanagement Nordhessen soll das Gelände vermarktet werden.

Man habe sich Grundwerte für die Vermarktung auferlegt, welche die Hessische Landgesellschaft nicht von alleine ändere, betonte Brede. Bei bebauten Grundstücken müssten Käufer 30 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche zahlen.

Für unbebaute Freiflächen wären es demnach 15 Euro, für Freiflächen mit Untergrund 23 Euro. „Für Flächen in denen die Leitungen wirr liegen, acht Euro und für nicht nutzbare Grünflächen einen Euro“, erklärte Brede. (may)

Quelle: HNA

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