Zehn Tonnen Stein stehen im Garten der Garvensburg – Kunst aus Zimbabwe

Schwer und doch so leicht

Hatten Spaß: Knut und Ulrike Schultze aus Unshausen sehen sich den betrunkenen Elefanten näher an.

Züschen. Männern, die Frauen zu sehr auf den Busen schauen, bekommen zur Strafe Brust-Augen. Und ein Elefant darf auch schon mal betrunken sein. Diese und viele Szenen mehr hat der Shona-Art-Künstler Bernard Matemera in Stein gemeißelt.

Der Steinbildhauer aus Zimbabwe gilt als einer der Mitbegründer der Shona-Art – benannt nach einer der größten in Zimbabwe lebenden Bevölkerungsgruppe – und des Künstlerdorfes Tengenenge. Seine grotesken Skulpturen galten lange Zeit als schwer verkäuflich. Das ist längst Vergangenheit. Der 2002 verstorbene Künstler hatte 1968 seinen Durchbruch. Seine Skulpturen sind in Museen und Sammlungen weltweit zu sehen – und jetzt sind einige davon im Garten der Garvensburg ausgestellt. Am Samstag wurde dort die zweite Shona-Art-Ausstellung eröffnet.

Abstrakt bis realistisch

Auf Bernard Matemera folgten zahlreiche weitere zimbabwische Bildhauer. Drei davon ihnen, waren bei der Eröffnung in Züschen dabei. Ihre Werke sind mal abstrakt und vor allem aber realistischer, greifbarer und eingängiger als die von Matemera. Eine Mutter, die ihr Kind an den Händen hält und durch den Raum schwingt zum Beispiel. Dann eine stolze schwarze Dame im enganliegenden Kleid, die gleich zu einem selbstbewussten Gang durch den Schlossgarten aufzubrechen scheint. Tonnenschwerer Stein erscheint ganz leicht.

Mal poliert, mal einfarbig, mal schwarz-weiß oder mit unterschiedlichen Schattierungen. Mal ganz gerade und realistisch, dann wieder Abstrakte Formen, so geschmeidig gedreht wie der Körper einer Ballerina. All das ist möglich in der Shona-Art Denn eine Besonderheit der Shona-Skulpturen liegt in den Eigenschaften des Materials, erklärte Galerist Bastian Müller. „Der Serpentinstein ist ein altes vulkanisches Gestein und weltweit einmalig. Seine Vielfalt an Farbnuancen und unterschiedlichen Härtegraden macht ihn zu einem für Künstler attraktiven Arbeitsmedium.“

Mehrmals im Jahr reist Müller nach Zimbabwe, um neue Skulpturen auszusuchen. Die 31 Kunstwerke aus Stein wurden teils mit einem Kran verladen (wir berichteten) Insgesamt 10 Tonnen Stein wurden in den drei Tagen vor der Ausstellung auf die eigens angefertigten Holzsockel gestellt. Und diese wiederum wurden in dem Garten verpflanzt.

Der Spaziergang mitten durch die faszinierende afrikanische Kunst im Garten der Garvensburg in Züschen ist noch bis zum 30. September möglich, dann endet die Ausstellung.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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