Wolfhager Land: 100.000 Festmeter sollen bis zum Frühjahr eingeschlagen werden

Baumernte in Revieren des Wolfhager Forstamtes

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Anstrengend und gefährlich: Wenn Forstwirt Jörg Weiler die Kettensäge ansetzt, ist äußerste Präzision gefragt.

Wolfhager Land. Rund 40 Forstwirte setzen derzeit in den zwölf Revieren des Wolfhager Forstamtes die Kettensägen an. Es ist Hochsaison. „Das Laub ist von den Bäumen gefallen, ihr Holz hat dadurch keinen Saft und die Sicht in den Beständen ist deutlich verbessert“, erklärt Uwe Zindel, der als Forstamtsleiter die Baumernte koordiniert.

Mit Wucht und einem tief-pfeifenden Geräusch knallt die stattliche Buche auf den trockenen Waldboden. Äste bersten, Holz splittert in alle Richtungen. Jörg Weiler hat die höllisch laute Motorsäge ausgeschaltet und sich rechtzeitig in Schutz gebracht. Mit dem Ergebnis seiner Arbeit ist er zufrieden. Der Baum ist genau so gefallen, wie er es geplant hat. Der exakten Vorbereitung sei Dank.

100.000 Festmeter sollen bis zum Frühjahr eingeschlagen werden. 60.000 Festmeter Buche und Edelholz, 35.000 Festmeter Nadelholz und 5000 Festmeter Eiche. Das sind etwa 100.000 Bäume mit einem Marktwert zwischen sechs und sieben Millionen Euro.

Schwerstarbeit, auch für Jörg Weiler und seinen Kollege Tobias Sellemann. Gerade am steilen Hang oberhalb Niederelsungens, wo das Team derzeit im Einsatz ist.

Die Forstwirte, die aus Sicherheitsgründen nie allein arbeiten dürfen, schleppen Tag für Tag Kettensägen und sonstiges Arbeitsmaterial bergauf und bergab, was gut und gerne 20 Kilogramm ausmacht. Auch das Fällen ist kraftaufwändig.

Dennoch sind sie glücklich in ihrem Beruf. „Es ist ein Knochenjob, dafür sind wir immer draußen“, sagt Sellemann. Den ganzen Tag im Büro zu sitzen, das könne er sich nicht vorstellen.

Wie auch sein Kollege nimmt er dafür in Kauf, einen der gefährlichsten Jobs auszuüben, die es gibt. „Manchmal geht man mit gemischten Gefühlen an die Arbeit und guckt immer zweimal hin, wenn man etwas macht.“

Präzision, die den Wert einer Lebensversicherung hat und wichtig ist, wie die regelmäßigen Weiterbildungen und Sicherheitsunterweisungen. „Sicherheit wird bei uns groß geschrieben“, betont Forstamtsleiter Zindel.

Auch Jörg Weiler legt großen Wert auf sicherheitsorientiertes Arbeiten. Er weiß genau, was er tut. Das ist ihm anzumerken, als er die nächste Buche ins Visier nimmt, die mit farbigen Punkten zum Fällen markiert ist.

„Manchmal geht man mit gemischten Gefühlen an die Arbeit und guckt immer zweimal hin, wenn man etwas macht.“

„Das Wichtigste ist die Beurteilung der Bäume und des Umfeldes“, erklärt Revierleiter Friedrich Vollbracht, der seinem Mitarbeiter im rund 1800 Hektar großen Wolfhager Stadtwald über die Schulter schaut. Nicht nur die Fallrichtung, sondern auch mögliche Hindernisse müssten mit einkalkuliert werden.

Das weiß auch Weiler, dessen Kettensäge sich schon wieder mit höllischem Lärm durchs Holz frisst. Bis mit Wucht und tief-pfeifenden Geräusch auch diese stattliche Buche auf dem trockenen Waldboden landet.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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