Berlin-Tiergarten-Schule

Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen: Schwindlig wie im Rausch

Schlechte Sicht, Schwindel und Unsicherheit: Das sind die Folgen zu von zu viel Alkohol. Max Braunhardt wankt mit der Rauschbrille durch einen Parcours in der Berlin-Tiergarten-Schule. Dahinter Timo Fertala, Nico Hagemeister, Jessica Lauterbach, Kassandra Böswetter, Rebekka Sinning und Karina Klodt. Foto: Thiery

Remsfeld. Junge Menschen unterschätzen oft die Wirkung von Alkohol. „Die Zahl der Jugendlichen, die nach Alkoholkonsum in Kliniken eingeliefert werden, ist gestiegen“, sagte Dirk Umbach von der Kaufmännischen Krankenkasse Kassel (KKH).

Er informierte in der 7. Klasse der Remsfelder Berlin-Tiergarten-Schule zum Thema. Es gehe nicht darum, den Alkohol zu verbieten, sondern die Jugendlichen für die Folgen zu sensibilisieren, sagt Lehrer Dieter Goldmann, der das Thema Drogen im Biologiekurs behandelt.

Es gibt viele Gelegenheiten

Konfirmationen, Kirmessfeiern – die Gelegenheiten, bei denen Jugendliche mit Alkohol in Kontakt kommen, sind zahlreich. Nicht nur der Gruppenzwang, und der Wunsch, zu dieser Gruppe zu gehören, verleiteten zum Trinken. Auch zahlreiche Erwachsene animierten die Jugendlichen dazu. Goldmann hält das für falsch.

Viele Jugendliche befänden sich in der Übergangsphase in die Eigenverantwortung und könnten die Wirkung von Alkohol noch gar nicht einschätzen – und gingen deshalb auch oft zu weit.

In seinem Unterricht ruft Goldmann zur Selbstverantwortung auf. Anhand einer Skala erklärt er die Symptome der Rauschzustände.

Dirk Umbach hatte eine Rauschbrille mitgebracht, die 1,2 Promille Alkohol im Blut simulierte. „Damit wird mir ja total schwindelig und schlecht“, staunte Max Braunhardt, als er mit der Brille auf der Nase durch einen Parcours ging. So cool wie bisher fanden die Jugendlichen Alkohol nicht mehr.

Praxis statt Theorie

Umbach zeigte sich zufrieden: „So können wir die Situation fühlbar machen, statt immer nur die Theorie zu predigen“, sagte er. „Wir können die Jugendlichen nicht davor schützen, Alkohol zu trinken. Aber gegen das so genannte Komatrinken muss man kämpfen.“ www.kkh.de

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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