Im Gilserberger Ortsteil Sebbeterode

Weil es keinen Ortsbeirat gibt: Verein springt für Aufgaben ein

Gilserberg. Im Gilserberger Ortsteil Sebbeterode hat sich jetzt ein neuer Verein gegründet, der die Aufgaben des Ortsbeirats wahrnehmen will.

Damit reagieren die Bürger auf den fehlenden Ortsbeirat in Sebbeterode. Weil vor den Kommunalwahlen im März dem Gemeindevorstand kein gültiger Wahlvorschlag vorlag, konnte dort keine Ortsbeiratswahl stattfinden.

„Wir hätten zwar nach der Kommunalwahl Widerspruch einlegen können, haben uns aber mehrheitlich dagegen entschieden“, erklärte Vorstandsmitglied Dr. Andreas Schaal im Gespräch mit der HNA. Der Ortsbeirat in Sebbeterode habe immer auch schon Aufgaben übernommen, die über die Arbeit eines Ortsbeirats hinausgingen, etwa die Organisation des jährlichen Spielplatzfests oder die Umgestaltung des Friedhofs. „Das wollen wir auch weiterhin unbedingt tun. So entstand die Idee, einen Ortsverein zu gründen“, erläutert Schaal.

Neuer Verein als Chance

Den neuen Verein sieht Schaal als Chance, noch mehr Menschen davon zu überzeugen, sich für ihren Ort einzusetzen. „Laut Haushaltssatzung hat ein Ortsbeirat eigentlich nur die Aufgabe, eine Bewertung der Haushaltssatzung abzugeben. Wir wollen weiterhin Bindeglied zwischen Ort und Gemeindevorstand sein, darüber hinaus aber auch Ansprechpartner für alle Belange im Dorf. Dafür ist ein Verein die beste Möglichkeit“, so Schaal.

Gilserbergs Bürgermeister Rainer Barth begrüßt die Vereinsgründung: „Ich bin sehr froh, dass wir damit jetzt eine Lösung gefunden haben, mit der die Interessen der Sebbeteröder in den nächsten fünf Jahren vertreten werden.“

Den Vorsitz des neuen Vereins hat Christina Kordes, ihr Stellvertreter ist Jochen Hoffmann. Weiterhin zum Vorstand gehören: Jonas Hoffmann (Schriftführer), Thomas Sporleder, Mehrtach Grösser und Dr. Andreas Schaal (alle Beisitzer).

Hintergrund: Wahlvorschlag nicht formgerecht

Der Wahlausschuss der Gemeinde Gilserberg hatte vor der Wahl im März getagt, um zu prüfen, ob die Wahlvorschläge form- und fristgerecht eingereicht wurden und ob alle Angaben vollständig sind. Das war laut Gemeindewahlleiterin Jutta Daum in Sebbeterode aber nicht der Fall gewesen. Der Wahlvorschlag kam demnach erst an, als die Frist bereits abgelaufen war. Kritik an dieser Entscheidung hatte damals Ortsvorsteher Dr. Andreas Schaal geübt. Er habe rechtzeitig ein handschriftliches Protokoll mit den Namen der fünf Kandidaten bei der Gemeinde abgegeben. Auf diesen Formfehler hätte die Gemeinde seiner Sicht nach hinweisen können. 

Quelle: HNA

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