In sechster Generation

Metzgerei Dux in Naumburg feierte 175-jähriges Bestehen

Führen die Tradition der Vorfahren weiter: (Von links) Fleischermeister Gottlieb Bührer, Martina Bührer und ihr Sohn, Fleischermeister Martin Bührer. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Für Historie und Anekdötchen hat man in einem kleinen Familienbetrieb, in dem man an sieben Tagen die Woche gefordert ist, eigentlich keine Zeit. So war es dann auch eine Mitarbeiterin der Industrie- und Handelskammer (IHK), die Martina und Gottlieb Bührer mit Johannes Dux bekannt machte.

Dieser Johannes nämlich, erfuhren die überraschten Bührers, hat vor genau 175 Jahren in Naumburg eine Metzgerei eröffnet, die bis heute existiert und von den Bührers betrieben wird. Martina Bührer ist die Ururenkelin des Gründers.

Sie machte - wie ihre beiden Schwestern auch - im heimischen Betrieb eine Ausbildung, ging dann mit 17 nach Freiburg, um dort in einer Metzgerei neue Erfahrungen zu sammeln. Dort lernte sie ihren Ehemann Gottlieb Bührer kennen. Beide übernahmen in den 1980er-Jahren den Familienbetrieb, in dem inzwischen mit Sohn Martin die sechste Generation aktiv ist.

Mit ihm fing alles an: Johannes Dux mit seinen Enkeln Karl und Heinrich.

Für Martina Bührers jüngere Schwester Petra Jacobi war die Ehrung durch die IHK Ansporn, mehr über die Vergangenheit herauszufinden. Und so ist dann inzwischen klar, dass Firmengründer Johannes im Mai 1818 zur Welt kam und 1841 eine Katharina Degenhardt aus Wolfhagen ehelichte.

Offensichtlich war Johannes Dux ein angesehener Bürger, der die Naumburger nicht nur mit Fleisch- und Wurstwaren versorgte, sondern auch dem Rat der Stadt angehörte.

Über die Entwicklung der Metzgerei war zu erfahren: Auf Johannes folgte Sohn Martin, dann dessen Sohn Karl und wieder ein Martin - der Vater von Martina Bührer. Der Standort des Geschäftes, sagt Martina Bührer, soll wohl schon immer an der Burgstraße gewesen sein.

In den vergangenen Jahrzehnten, sagt Meister Gottlieb Bührer, habe sich in der Branche eine Menge verändert, „auch das Essverhalten der Leute“. Gerade in den letzten zwei, drei Jahren habe er festgestellt, „dass die Leute bereit sind, Geld auszugeben für was Gutes“. Früher habe man viel an Krankenhäuser und Kureinrichtungen in der Region geliefert, sagt der 65-Jährige. Dann kam die Gesundheitsreform, und den zuvor so solventen Großkunden ging das Geld aus. Also bauten die Bührers als weiteres Standbein den Partyservice auf.

Und man pflegt weiter intensiv die treue Stammkundschaft. Gerade hat die Grillsaison begonnen, die Kundschaft reise aus der gesamten Region an, angelockt durch besondere Wurstspezialitäten. Aber auch für Einfaches ist die Metzgerei Dux berühmt: ihr Gehacktes. „Frisches Fleisch ist das A und O“, sagt Gottlieb Bührer. Die Rezeptur sei kein Geheimnis: Pfeffer, Salz, Muskat und Knoblauch.

Das Betriebsjubiläum haben die Bührers mit Familie, Freunden und Kunden in der rappelvollen alten Stadthalle im Burghain gefeiert. Den Zuspruch, den man dort erfahren habe, sagt Martina Bührer, „macht zuversichtlich, dass es die Metzgerei auf dem Land auch in Zukunft geben wird.“

Quelle: HNA

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