Kathrin Wittich lernt als Vikarin für ihre Zeit als evangelische Pfarrerin

Seelsorge als Lebensaufgabe

Sie fühlt sich in Melsungen wohl: Vikarin Kathrin Wittich vor der Stadtkirche. Foto: Slawik

Melsungen. „Melsungen ist eine sehr tolle Stadt, die Leute sind offen und hilfsbereit.“ So begründet Kathrin Wittich die Entscheidung, ihr Vikariat in der Bartenwetzerstadt zu absolvieren. Nach ihrem Theologiestudium bereitet sich die 27-Jährige nun auf ihren zukünftigen Beruf als Pfarrerin vor.

Geboren und aufgewachsen im benachbarten Homberg, besuchte Wittich die Theodor-Heuß-Schule. Der Grundstein für ihren heutigen Wunschberuf wurde bereits früh gelegt: „Ich habe schon früh viel Jugendarbeit geleistet. Es war ein Pfarrer, der mich während meiner Konfirmationszeit sehr geprägt hat“, erinnert sie sich.

Zwar sei es ihr anfangs schwer gefallen, sich zwischen einem Studium der Tiermedizin und dem Theologiestudium zu entscheiden, letztendlich habe sie aber einfach auf ihr Herz gehört. „Das war mir sehr wichtig, man muss überzeugt sein von dem, was man tut,“ sagt die 27-Jährige.

Ihren Alltag als Vikarin vergleicht sie mit dem eines Referendaren, der an einer Schule erste praktische Erfahrungen als Lehrkraft sammelt. Betreut und begleitet wird sie dabei von einer Mentorin. „Im Moment bedeutet das noch: viel zuhören, mitlaufen und angucken“, erklärt Wittich.

Den Spaß an ihrer Arbeit verschafft ihr vor allem die Abwechslung: „Kein Tag ist wie der andere. Mal bereite ich einen Gottesdienst vor, mal mache ich Geburtstagsbesuche bei alten Menschen, mal leiste ich Seelsorge“, schwärmt sie von ihrer Arbeit. Und auch pädagogische Arbeit gehört zu ihrem Arbeitsfeld: Vier Stunden pro Woche gibt Kathrin Wittich Religionsunterricht an der Grundschule in Felsberg.

In ihrer Freizeit liebt es die gebürtige Hombergerin, mal richtig abztauchen - in Literatur. „Lesen bedeutet für mich Entspannung, aber auch Bildung“, sagt sie. Am liebsten lese sie alte Klassiker.

Spaß an unbekannten Filmen

Auch für Filme könne sie sich begeistern. „Ich gehe leidenschaftlich gerne ins Kino“, sagt sie. „Am liebsten aber in möglichst kleine Kinos, wo unbekannte B-Movies laufen, die keiner kennt“, fügt sie hinzu und lacht.

Eine weitere Leidenschaft hegt sie für Pferde. „Gerade während meiner Examenszeit war es wichtig, mal rauszugehen und den Kopf frei zu bekommen. Wenn die Zeit es zulässt, reite ich sehr gerne.“

Aller Vorraussicht nach kann Kathrin Wittich ihr Vikariat im November 2012 mit der Ordination beenden und dann als Pfarrerin arbeiten.

Einen persönlichen Schwerpunkt für ihre Arbeit hat sie sich bereits gesetzt: „Die Kunst ist es, Hochtheologisches verständlich auszudrücken und die Menschen an ihrem eigenen Standpunkt abzuholen.“

Von Till Slawik

Quelle: HNA

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