Segen am Predigerstuhl

Bischof Martin Hein hielt zu Pfingsten eine Andacht im Wald

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Gottesdienst im Wald: Prior Pater Thomas Andrews von der Anglikanischen Kirche, Bischof Martin Hein, Theodor Bolte ( Mitte), Bischof Gerhard Meyer (Anglikanische Kirche) sowie Pfarrer Hinrich Schäfer.

Hülsa/Wallenstein. Eigentlich ist es Theodor Bolte aus Wallenstein zu verdanken, dass der Pfingsgottesdienst am Predigerstuhl zwischen Appenfeld und Wallenstein in diesem Jahr von Bischof Martin Hein von der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck mitgestaltet wurde.

Bolte hat sich mit 76 Jahren überlegt, dass er zum evangelischen Glauben konvertieren will, dies dem Bischof mitgeteilt und ihn gebeten, das zu übernehmen, weil damals kein Pfarrer im Ort war.

Mittlerweile ist Pfarrer Hinrich Schäfer für das Kirchspiel zuständig und zog Anfang des Jahres in das Hülsaer Pfarrhaus ein. Trotzdem ließ es sich der Bischof nicht nehmen, im Wald über den Heiligen Geist zu predigen.

An dem Gottesdienst nahmen auch der Bischof Gerhard Meyer sowie Prior Pater Thomas Andrews von der Anglikanischen Kirche teil. „Das ist ein Zeichen für die Ökumene“, sagte Hein. Die Verschiedenartigkeit der Konfessionen zu respektieren, sei für ihn eines der wichtigstes Zeichen für Pfingsten. „Christ sein, bedeutet die tiefe Überzeugung, dass wir an Jesus Christus glauben, und dass der Geist Gottes unter uns ist.“ Die Menschen brauchten den Heiligen Geist, um Kummer zu überwinden, im Alter dankbar zu sein und bis ans Ende zu hoffen, erläuterte Gerhard Meyer.

Das Pfingstfest am Predigerstuhl ist seit 1983 Tradition, sagte der Wallensteiner Dr. Ingo Grebe. Der damalige Landrat August Franke habe dies ins Leben gerufen. Am Predigerstuhl befinden sich ein Kreuz und eine Kanzel. Dort habe im 17. Jahrhundert ein Knabe sich verlaufen und hielt dort als Dank seinen ersten Gottesdienst als er später Pastor wurde, so die Sage.

250 Menschen waren die sechs Kilometer in den Wald gelaufen oder mit dem Planwagen gefahren, um mit dabei zu sein, wie Bischof Hein Theodor Bolte segnete. Bolte war katholisch und da seine Frau Marlies und die Kinder evangelisch sind, wollte er den Schritt wagen. Als er vor 50 Jahren geheiratet hat, habe das Konvertieren viel Geld gekostet, was er nicht hatte. (zty)

Quelle: HNA

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