Die Mitarbeiter aus dem Werk A von B. Braun kennen einander nur mit grüner Haube

Die sehen ja so anders aus

Zusammengesetzt: Karl-Heinz Friedrich und Achim Löwe zeigen Einzelteile aus Spritzguss. Aus den Stücken im Bild entstehen Mini-Spikes. Fotos: Dewert

Melsungen. Anfangs hat Achim Löwe seine Kollegen in der Stadt nicht erkannt: „Ohne ihre Trockenhauben sahen die so anders aus“, sagt der 26-jährige Schwarzenberger. Mittlerweile ist er seit zehn Jahren Braunianer und erkennt seine Kollegen auch nach Feierabend. Löwe ist Einrichter in Werk A.

Während seiner Arbeit ist alles steril, sauber, und Millimeterarbeit. Privat darf es auch mal etwas dreckiger sein. Dann geht es mit seinem Quad über Feldwege durchs Hinterland. Und wenn er nicht fährt, schraubt er. „Vieles habe ich mir selbst beigebracht.“ Dass er schrauben kann, bringe die Arbeit so mit sich. Löwe ist zuständig für fünf Montageautomaten. In den Maschinen werden aus vielen Einzelteilen Mini-Spikes hergestellt. Diese dienen zur sterilen Entnahme von Flüssigkeiten aus Flaschen. „In der freien Wildbahn habe ich leider noch nie eines unserer Produkte gesehen“, sagt Löwe. Wenn er eins sähe, wüsste er sicher, ob er es gemacht hat. „Ich kenne die Nummern. Ich wüsste dann sogar ob ich Frühschicht hatte.“

Mit zwei Kollegen bildet er die A-Schicht. Jeder versuche dabei natürlich so wenig Ausschuss wie möglich zu produzieren. „Ich ärgere mich richtig, wenn was nicht so läuft, wie es soll“, sagt er. Derzeit sei es sogar ziemlich stressig. Die Abteilung bekommt ein neues Produkt. Dafür müssen die Maschinen umgebaut werden und der Ausschuss minimiert werden. Er fühle sich als Braunianer, weil das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Kollegen toll sei. Er fühle sich als Teil des Ganzen und auch seine Verbesserungsvorschläge würden ernst genommen, sagt der Kunstoffformgeber Spritzguss.

Ulrike Schimka ist lange dabei

Nur 50 Meter Luftlinie auf derselben Etage im selben Gebäude arbeitet Ulrike Schimka. Die 48-jährige Anformerin kommt sogar auch aus Schwarzenberg. Die beiden kennen sich aber nicht. Braunianerin ist Schimka aber auch durch und durch: „Ich arbeite seit 26 Jahren im Unternehmen, das verbindet.“ Quasi in Handarbeit bereitet sie Katheter vor. Dazu schiebt sie beispielsweise millimeterfeine Drähte in Schläuche, alles unter einem Vergrößerungsglas. Wöchentlich wechseln die etwa 20 Kolleginnen in der Abteilung ihren Arbeitsplatz. Abwechslung muss sein.

Erst seit kurzer Zeit arbeitet sie Vollzeit. „Die Flexibilität, die wir geboten bekommen ist toll“, sagt sie. Ihre beiden Kinder seien jetzt älter, da habe sie Lust gehabt, mal eine volle Stelle auszuprobieren. Es macht ihr Spaß und auch für ihr Haus bleibe genügend Zeit. Das zählt sie zu ihren großen Hobbys. Und natürlich Urlaub mit der Familie: Die Schimkas zieht es dabei gerne nach Dänemark. Tolles Meer, schöne Landschaft und nette Menschen. „Was will man mehr“, sagt sie und lacht.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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