Jonathan Göllner ist als neuer Militärpfarrer auch für Schwarzenborn zuständig

Sein Einsatz heißt Seelsorge

Der Neue: Jonathan Göllner, katholischer Militärpfarrer, betreut die Soldaten in Stadtallendorf, Neustadt, Schwarzenborn und Erndtebrück. Foto: Wieber

Schwarzenborn. Nach langer Vakanz gibt es in Stadtallendorf wieder eine katholischen Militärpfarrer. Seit Oktober ist Pfarrer Jonathan Göllner zuständig für die seelsorgerische Betreuung der Soldaten in Stadtallendorf, Neustadt, Schwarzenborn und Erndtebrück. Seine offizielle Amtseinführung erfolgt Anfang November.

Ihm zur Seite steht Pfarrhelfer Thomas Fey, der aus Fritzlar nach Stadtallendorf gekommen ist und schon seit Jahren die Standorte kennt. Seit der Versetzung von Militärpfarrer Achim Patton im Februar 2006 war der Dienstposten des katholischen Militärgeistlichen unbesetzt und die Soldaten der vier Standorte wurden von Fritzlar aus mitbetreut.

„Als Militärseelsorger will ich ein Zeichen des Heils in einer unheilen Welt sein.“

Jonathan Göllner

Tür an Tür arbeitet Göllner nun mit seinem evangelischen Kollegen Ralf Eckert, der im Mai vergangenen Jahres in sein Amt eingeführt wurde. Göllner wurde 1966 in Gau-Algesheim geboren. Eigentlich wollte er gar nicht Priester werden und arbeitete zunächst als Chemielaborant.

Als sogenannter Spätberufener ereilte ihn dann der Ruf Gottes. Sein Theologiestudium in Münster und neun Monate davon in Nairobi in Kenia, schloss er mit seiner Priesterweihe 2002 ab. Im Februar 2004 wurde er nebenamtlicher Standortpfarrer für Hemer und Arnsberg und trat im November 2005 als hauptamtlicher Militärpfarrer bei der 1. Panzerdivision in Hannover in die Katholische Militärseelsorge ein.

Fünf Jahre lang erstreckte sich sein Seelsorgebezirk von Celle im Norden bis nach Goslar im Süden. Neben seiner Arbeit als Militärgeistlicher im Inland verfügt Jonathan Göllner bereits über eine große Erfahrung in der Betreuung der Bundeswehrauslandseinsätze. Er kennt die Einsatzbedingungen der Bundeswehrsoldaten, ihren Alltag, ihre Nöte aus eigener Erfahrung.

Zweimal war er jeweils für viereinhalb Monate in Afghanistan. Weitere drei Mal zu einwöchigen Kurzbesuchen. Bei seiner Arbeit misst Göllner der Einsatz-Seelsorge eine große Bedeutung zu. Die Betreuung der Soldaten und ihrer Familien vor, während und nach dem Einsatz soll auch in Zukunft den Schwerpunkt seiner seelsorgerischen Arbeit bilden. Dabei will er nicht nach Konfessionen unterscheiden.

„Es gibt bei mir keine Taufschein Kontrolle. Jeder, der Hilfe und einen Ansprechpartner sucht, ist bei mir an der richtigen Adresse. Als Militärseelsorger will ich ein Zeichen des Heils in einer unheilen Welt sein“, sagt Göllner. Als Missionar fühlt er sich in diesem Zusammenhang schon. „Aber eher als einer, der Zeugnis von seinem Glauben gibt und nicht als jemand, der nur seine Botschaft verkaufen will“, so Göllner.

Mit dem nächsten Auslandseinsatz muss Göllner immer rechnen. „Für mich wird es voraussichtlich 2012 wieder soweit sein.“ Am liebsten wäre es ihm, zusammen mit den Soldaten aus seiner Division in den Einsatz zu gehen.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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