Wolfgang Nette geht nach 41 Dienstjahren bei der Polizei in den Ruhestand

Sein Ziel: Ab nach Nordhessen

Im Ruhestand: Wolfgang Nette war 41 Jahre im hessischen Polizeidienst, 28 Jahre davon in Homberg. Foto: Zerhau

Borken. Ein Arbeitsleben als Schutzmann mit vielen Höhen und Tiefen hat Wolfgang Nette aus Gombeth hinter sich gebracht. Nach 41 Dienstjahren in Kassel, Wiesbaden, Heusenstamm, Offenbach, Baunatal und Homberg – dort war er 28 Jahre im Dienst – ist heute Schluss: Wolfgang Nette geht in den Ruhestand.

Am Wochenende fand im Seniorenheim am Borkener Blumenhain die Verabschiedung statt. Prominentester Gast war Vize-Polizeipräsident Jürgen Diehl vom Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel. In seiner Laudatio beleuchtete Jürgen Diehl humorvoll die Dienstzeit von Nette.

Er bezeichnete ihn als einen Menschen, der immer einen Spruch drauf hatte, stets heimatverbunden war, der sich mit Land und Leuten identifizierte. Aufgefallen war Nette bereits mit seinem Bewerbungsschreiben. Er schrieb an den Innenminister: „Sehr geehrte Herren, ich interessiere mich für den Beruf des Polizeibeamten. Bitte senden Sie mir weitere Unterlagen zu. Wolfgang Nette.“ Kurz und bündig.

Außerdem musste der damals Minderjährige für die Bewerbung die Unterschrift von Vater Heinz haben, was zu Diskussionen führte. Denn es war keine Selbstverständlichkeit, dass ein Gombether Bub in der Zeit der Hausbesetzungen zur Polizei ging.

Tatsächlich bekam Wolfgang Nette ein Schreiben vom Innenministerium zurück, dass er sich mit „Gegenständen des persönlichen Bedarfs“ wie Handtuch, Seife, Turnhose und ein Paar Turnschuhen in Kassel zu melden habe. Die Anfahrt nach Kassel war genau vorgegeben: „Anfahrt in der niedrigsten Wagenklasse, einfachste Strecke“.

Das einzige, was Nette fehlte, war ein Freischwimmerzeugnis. Das reichte er später nach. Mit dichtem Haar und Koteletten bis ans Kinn bekam Wachtmeister Nette ein Zeugnis von seinem Dienstherrn mit sehr guten Noten. Vielleicht wäre Nette Dienststellenleiter geworden, mutmaßte Diehl, aber sein Ziel war, in die Heimat zurückzukehren. So schrieb er in den 70er-Jahren Versetzungsgesuche, auch ein Bittschreiben vom Borkener Magistrat lag vor.

1978 ging es nach Kassel, aber das Ziel war Homberg. In Kassel stellte er sogar einen Antrag auf Degradierung, nur um heimatnah zu sein. 1980 klappte es endlich.

Neben Polizei- und Notfallseelsorger Günter Kolbe war Bürgermeister Bernd Heßler bei der Verabschiedung. Beide kennen sich als Gombether Plätschenten vom Fußball und vom Tischtennis. Heßler überreichte dem Polizeipensionär ein weißes Shirt mit Borkener Aufdruck. Damit könne er mal Ehrenbademeister am Gombether See werden.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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