46-Jähriger prügelte seine Freundin und kann sich aber an nichts erinnern

Er hat seine Schläge vergessen

Treysa. Ein 46-jähriger Mann aus aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf ist am Donnerstag im Amtsgericht Schwalmstadt wegen Körperverletzung zu 20 Sozialstunden verurteilt worden. Dem Mann wurde vorgeworfen, seine 45-jährige Freundin aus dem Altkreis Ziegenhain im Oktober 2009 zwei Mal in deren Wohnung geschlagen zu haben – einmal davon ins Gesicht.

Die Freundin, die auch als Zeugin vor Gericht aussagte, rief daraufhin die Polizei. Laut Polizeiaussage waren die Verletzungen im Gesicht nicht von dem Abend, sondern schon älter. Drei Wochen später kam es zu einem weiteren Übergriff. Die Frau sagte der Polizei, ihr Freund habe sie mit der Faust in den Rücken geboxt.

Beide Male war der Angeklagte betrunken gewesen. Beim zweiten Gewaltausbruch hatte er einen Promillewert von 4,0 und war nicht vernehmungsfähig. Einer der Beamten hatte daher beschlossen, ihn mitzunehmen. Trotz der Übergriffe durch ihren Freund, hat die Freundin ihn nicht verlassen und auch nie Anzeige erstattet. Das übernahmen die Polizeibeamten aus Schwalmstadt bereits nach dem ersten Vorfall.

Die Freundin eines Nachbars sagte vor Gericht aus, dass es ständig zu lautstarken Streitereien zwischen dem Angeklagten und seiner Freundin gekommen sei.

Der Angeklagte gestand seine Tat nicht ein. Er behauptetes, seine Freundin könne ja auch gestürzt sein. Auf Nachfrage des Richters bei der Frau, ob sie sich die Verletzungen im Gesicht durch einen Sturz zugezogen habe, meinte der Angeklagte zu seiner Freundin: „Sag ja“. Dann lachte er.

Vor der Urteilsverkündung räumte der Mann dann aber ein, dass er sich an die Vorfälle nicht erinnern könnte. Er sei aber „schnell mal auf 180“, wenn man ihn provoziere, besonders, wenn er was getrunken habe. Was wirklich an den beiden Abenden passiert war, konnte nicht geklärt werden. (nnx)

Quelle: HNA

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