Seit 150 Jahren ist das Gasthaus Pfeifferling in Familienbesitz

Starkes Frauentrio: Wirtinnen Helene Müller (vorne), Klara Pfeifferling, geb. Klapp (links) und ihre Mutter.

Ippinghausen. Für die Nacht der Stars wird am Freitag, 16. November, ab 19 Uhr, im Gasthaus und Hotel Pfeifferling der rote Teppich ausgerollt. „Die Stars“, so sagen die Schwestern Ute Pfeifferling und Susanne Fülling als derzeitige Betreiber des Hauses, „sind unsere Gäste und Kunden aus Nah und Fern.“

Die sind nämlich zu einem Doppeljubiläum mit buntem Programm eingeladen. Das Gasthaus existiert ohne Unterbrechung seit 150 Jahren und wird von Anfang an bis heute ausschließlich in Familienbesitz geführt. Mit Ute Pfeifferling und Susanne Fülling inzwischen in der fünften Generation.

Viel los im Gasthaus: Zu Pfeifferlings nach Ippinghausen kamen Gäste aus Nah und Fern. Anfang der 50er Jahre entstand dieses Foto. (Fotos: Repro zih)

Im Jahr 1862 gründete der damals 29-jährige Ippinghäuser Johannes Pfeifferling mit seiner aus dem Ort stammenden Ehefrau Maria Katharina, geborene Reitze, die Gaststätte sowie ein Kolonialwarengeschäft. Von ihren vier Söhnen trat 1894 Martin das Erbe der Eltern an. Der im gleichen Jahr Helene Büchsenschütz aus Landau heiratete. Die Familie vergrößerte sich durch drei Kinder, von denen aber zwei verstarben. Nur Sohn Ernst blieb ihnen. Gastwirt Martin starb 1902, nun leitete Ehefrau Helene die Geschicke des Hauses. Sie war eine begehrte Witwe, viele Freier warben um sie. 1904 heiratete Helene den Gastwirt und Bäckermeister Karl Müller aus dem benachbarten Naumburg. Mit Mitspracherecht ihrer Schwiegermutter. „Lene, nen Fulenzer konne mi net gebruken, der Müller is de Richtige.“ Müller wurde zur Hälfte Mitbesitzer des Pfeifferlingschen Gasthauses. Er ließ einen großen Saal bauen, damals den größten im hiesigen Altkreis.

Am 11. Dezember 1907 kam dann die Katastrophe. Das gesamte Anwesen fiel einem Großbrand zum Opfer. Aus den Ruinen entstand 1908/1909 ein neues Gasthaus sowie eine Bäckerei.

Sohn Ernst, der in der Fremde das Metzgerhandwerk erlernt hatte, kehrte heim in sein Geburtshaus, heiratete 1922 Marie Christine Heinicke und übernahm 1927 den Betrieb. Im Jahr 1936 erweiterte er ihn durch eine Metzgerei. Nach dem Tod der Eheleute wurde Klara Klapp, geborene Pfeifferling, Wirtin des Wolfhager Ratskellers, neue Eigentümerin.

Sie übergab 1962 den Betrieb an Karl und Sophie Pfeifferling. Die beiden erwarben das angrenzende alte Forsthaus und eine Scheune, ließen diese abreißen und bauten dort 1973 ein Hotel mit 55 Betten sowie zusätzliche Gasträume.

Seit 2001 wird das Gasthaus von Ute Pfeifferling und ihrer Schwester Susanne Fülling geführt. (zih)

Quelle: HNA

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