Frohsinn in allen Lagen

Siemon ist seit 20 Jahren Zugführer des Fritzlarer Rosenmontagsumzugs

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Markenzeichen: Dirk Siemon hat die Kappe des Elferrates der Eddernarren Fritzlar schief auf. Nach der Fastnacht darf man diese eigentlich nicht mehr tragen.

Fritzlar. Dirk Siemon gehört in Fritzlar zum Inventar. „Alle Wille“ und das schon seit 32 Jahren. Solange ist der 51-Jährige im Verein der Fritzlarer Karnevalsgesellschaft die Eddernarren. Seit 20 Jahren ist er Sprecher des Rosenmontagsausschusses und Zugleiter des Umzuges.

„Ich habe Spaß am Karneval und daran, Dinge zu organisieren“, sagt Siemon, der immer ein Lächeln und einen flotten Spruch auf den Lippen hat. „Man muss beim Karneval alles leicht nehmen und auch alles humorvoll wegstecken können“, sagt der Eddernarre. Er habe das Amt 1982 geerbt, ein Nachbar habe ihn gefragt, ob er nicht Spaß am Fasching habe. Begonnen habe er dann erstmal im Männerballett.

„Ich habe zu vielen Gruppen, die jedes Jahr wiederkommen, eine enge Verbindung und Freundschaft aufgebaut. Die Menschen wissen mittlerweile, an wen sie sich wenden können“, meint Dirk Siemon. Falls ein Problem auftritt, hat der 51-Jährige, der in Fritzlar geboren wurde, immer ein offenes Ohr. Auch die Geduld sei bei ihm mittlerweile schier unendlich.

Es sei jedes Jahr wieder ein Erlebnis, wenn der Umzug seine Bahnen durch Fritzlar ziehe und die Zuschauer damit begeistere. „Wir legen Wert darauf, nur wenige politische Themenwagen beim Umzug zu haben. Die Zuschauer mögen lieber Unterhaltung.“ Das Hobby mit den roten Anzügen koste allerdings eine Menge Zeit, das ganze Jahr sei Siemon damit beschäftigt. Ein Full-time-job, wie er feststellt. Elferratssitzungen sind einmal im Monat, ab November einmal die Woche. Jedes Jahr habe er Angst vor schlechtem Wetter: „Ich gucke wochenlang vor dem Umzug nach der Wetterentwicklung“, erklärt er.

Nach Fastnachtsdienstag sei erstmal eine Ruhephase, ab April gilt es, die Kapellen und Fußgruppen anzuschreiben und zum Umzug einzuladen, und die Wagen müssen gerichtet und bemalt werden. Ab November könne man sich für den Umzug anmelden, dann müssen auch die Genehmigungen des Zuges von der Stadtverwaltung eingeholt sein.

Danach gehe es darum, Süßigkeiten zu besorgen. Etwa 450 Kilogramm werfen die Eddernarren pro Umzug, übrig bleibe nicht mal eine Handvoll. Es gehe darum, mit seinem Job Frohsinn und Heiterkeit zu vermitteln, davon gebe es in der Welt zu wenig, sagt Siemon.

Wenn er sich nicht um die Belange der Narren kümmere, spanne er gerne aus, am liebsten in Bayern auf einem Berg mit guter Aussicht, sagt er. Außerdem ist der Frührentner deutschlandweit auf Festen und Märkten unterwegs: Als Schausteller mit seiner Berg-und Talbahn.

Das schönste, was er bis jetzt als Zugführer erlebt habe, sei im vergangenen Jahr gewesen: Dirk Siemon läuft während des Zuges immer nur nebenher, doch da durfte er eine halbe Runde auf einem Wagen mitfahren, was ihm einen anderen Blickwinkel auf seinen Umzug geschenkt habe.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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