Mit Herbert Sauer an der Spitze wurde die Pferdeschau wieder zu einer wichtigen Adresse für Züchter

Seit 23 Jahren das Zugpferd

Gemeinsam im Einsatz: Margot und Herbert Sauer aus Lohne engagieren sich seit Jahrzehnten für den Reit- und Fahrverein Fritzlar und den Pferdezuchtverein Ederbergland-Werra. Foto:  Zerhau

Fritzlar. Er würde es nie laut sagen, aber ohne ihn wäre die Pferdeschau beim Fritzlarer Pferdemarkt wohl niemals so groß geworden. Herbert Sauer, seit 23 Jahren Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Fritzlar und seit 22 Jahren Vorsitzender des Pferdezuchtvereins Ederbergland-Werra (ehemals Pferdezuchtverein Fritzlar-Homberg) ist bescheiden, aber auch stolz.

Als er Ende der 80er-Jahre die Ämter übernahm, war die jährliche Fritzlarer Pferdeschau ein wenig kümmerlich. „Damals war es ein kleiner Platz am Stadtrand an der Eder mit vielleicht 15 oder 20 Pferden“, sagt der 62-jährige Lohner. 2011 waren es 220 Stuten und Fohlen, die auf dem Reitplatz des Reit- und Fahrvereins Fritzlar präsentiert wurden. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren gab es zwar einen leichten Rückgang, das liege aber daran, dass die Pferdezüchter ihre Stuten aufgrund der schlechten Marktlage seltener decken lassen.

Tausende kamen

Die Fritzlarer Pferdeschau ist heute die größte Hessens und eine wichtige Adresse für die Züchter. „Das war auch mein Ziel, als ich damals angetreten bin“, sagt Sauer. Die Schauen lassen sich viele Menschen nicht entgehen. Mehrere Tausend kamen am Wochenende zum Reitplatz, um sich Pferde, Kühe, Hühner und Schafe anzusehen. Das bedeutet für den federführenden Reit- und Fahrverein Fritzlar viel Arbeit.

Unterstützung bekommt Sauer von vielen Vereinsmitgliedern und von seiner Frau Margot. „So lange ich denken kann, ist sie dabei“ – und das nicht weniger engagiert als er selbst. Während der großen Tierschauen organisiert, delegiert und repräsentiert Herbert Sauer unentwegt, Margot Sauer sorgt auf dem Schauplatz für einen reibungslosen Ablauf.

Hauptberuflich arbeitet Sauer seit Jahrzehnten in der Versicherungsbranche, nebenberuflich ist er Landwirt und bewirtschaftet 30 Hektar, Margot Sauer ist beim Fritzlarer Landwirtschaftsamt tätig. Mehrere Stunden pro Woche arbeiten sie für die Vereine und ganz nebenbei haben sie auch noch eine eigene Pferdezucht mit elf Tieren. Reiten kann Herbert Sauer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. „Das bedauere ich sehr.“ An seinem Engagement für die Vereine hat sich dadurch jedoch nichts verändert.

Nicht viel Tamtam

Die Mitglieder des Vereins wissen, was sie an ihrem Vorsitzenden haben. Er gilt als diplomatisch und freundlich, macht nicht viel Tamtam um seine Person und setzt sich mit voller Kraft für die Vereine ein. Als 2005 der Hessische Pferdezuchtverein mit dem Hannoveraner Verband fusionierte und die 24 hessischen Zuchtervereine zu neun Gebieten verschmolzen, da war es Herbert Sauer, der verhinderte, dass die Vereine Fritzlar-Homberg und Eschwege zum Gebiet Osthessen gezählt wurden. „Dann wäre Alsfeld heute für uns das Zentrum, das wollte ich verhindern.“ Jetzt ist es Fritzlar.

„Aber wir reisen auch sehr gern“, sagt Sauer. Mit Pferdezüchtern aus ganz Deutschland geht es demnächst nach Australien. Herbert Sauer kann auch im Urlaub die Pferde nicht zu Hause lassen.  

Von Heike Wagner

Quelle: HNA

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