Seit Monaten tüfteln Narren an bunten Wagen und skurrilen Konstruktionen

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Die Hüttspechte tüfteln fleißig an ihrer Villa Kunterbunt (von links): Markus Wagner, Andreas Giese, Volker Gall, Udo Flamme.

Oelshausen. Für manche Menschen beginnt die närrische Zeit erst an Altweiberfastnacht, für zahlreiche Oelshäuser aber schon viel früher. „Hier ticken die Uhren einfach anders“, sagt Tim Werkmeister, Vorsitzender des Oelshäuser Carnevalsvereins. „Bei uns gibt es nur vor Karneval und nach Karneval.“

Die aktiven Jecken, ohne die dem Sonntag vor Rosenmontag das Salz in der Suppe fehlen würde, sind schon seit Monaten mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das Salz ist in diesem Fall der närrische Umzug, der sich während vier Jahrzehnten Karneval in Oelshausen zum Publikumsmagneten der Region gemausert hat.

Bunt muss er sein, die Wagen möglichst spektakulär. Deshalb ist derzeit im Zierenberger Stadtteil auch alles zur Werkstatt umfunktioniert worden, was halbwegs einer Scheune oder großen Garage gleicht. Hier tüfteln die Konstrukteure heimlich vor sich hin, auch die Männer der Hüttspechte. Sie können sich in ihrer Garage kaum bewegen, ihre hölzerne Konstruktion ist so gut wie fertig. „Wir machen in diesem Jahr gemeinsame Sache mit unseren Frauen“, sagt Volker Flamme. „Wie es sich für ordentliche Männer gehört, bauen wir ihnen ein Haus.“ Das entpuppt sich aber schnell als mehr, als Villa nämlich und die wird bunt, kunterbunt. Ein bisschen Rot hier, ein Klecks Rosa da. Dabei hilft auch Nachwuchs Linus Flamme gern, der die Fassade mit einer ordentlichen Portion grüner Farbe veredelt.

Vorbildlich: Entspannt können Tim Werkmeister (links) und Thorsten Weitzel vom Vorstand des Oelshäuser Carnevalsvereins dem Umzug entgegensehen. Ihr rollendes Eisschloss ist fertig.

Das Zuhause der Damen, die als Pippi Langstrumpf die Oelshäuser Straßen stürmen wollen, nimmt langsam Form an. „Endgültig zusammengebaut wird es aber erst am Umzugstag, die Endversion würde den Raum sprengen“, sagt Flamme. Viereinhalb Meter hoch, drei Meter breit. Hoch hinaus wollen die Männer, haben aus unzähligen Balken und Brettern ihr spektakuläres Karnevalsgefährt zusammengezimmert. Auch wenn die Hobby-Handwerker in all den Jahren eine Menge Erfahrung gesammelt haben, bezeichnen sie sich nicht als Profis. Den letzten Schliff bekommen ihre Werke oft noch während der Bauphase. Hier wird noch etwas verändert und dort etwas verbessert. Wie sie etwa das Dach auf das schmucke Zuhause ihrer Pippis hieven werden, das wissen sie jetzt noch nicht. Ein paar Tage zum Überlegen bleiben ihnen ja noch. Doch am Sonntag, 19. Februar, sollten sie fertig sein. Dann schlängeln sich an die 30 Wagen und Fußgruppen durch den Ort. Lalabumm heißt es in den Straßen Oelshausens ab 14 Uhr.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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