Edermünde stimmt Rückkauf der Stromnetze und neuer Gesellschaft FEE zu

Selbst um Strom kümmern

Edermünde. Die Gemeinde Edermünde wird zusammen mit acht weiteren Kommunen aus dem Nordkreis und den Städtischen Werken Kassel eine eigene GmbH gründen und die lokalen Stromnetze vom Energie-Konzern Eon zurückkaufen. Das beschlossen die Gemeindevertreter am Montagabend in der Sitzung in Holzhausen einstimmig.

Diesen Schritt bezeichnete Bürgermeister Karl-Heinz Färber als eine einmalige Chance und wichtige Entscheidung, um als Gemeinde mehr Einfluss auf die Zukunft der Energiewirtschaft zu erlangen und sich selbst um die Stromversorgung zu kümmern.

Fulda-Eder-Energie (FEE) GmbH ist der Name der neuen Gesellschaft, zu der außerdem Gudensberg, Guxhagen, Körle, Malsfeld, Melsungen, Morschen, Niedenstein und Spangenberg gehören.

Edermünde wird 14 500 Euro Kapital als Anlaufrate beisteuern, das entspricht 5,8 Prozent der neuen Gesellschaft. Den größten Einzelanteil halten die Städtischen Werke Kassel mit 40 Prozent.

„Manchmal muss man Chancen nutzen, auch wenn man nicht genau weiß, wo der Weg hinführt“, sagte Ruth Pfannstiel (CDU). Die neuen Möglichkeiten der Einflussnahme solle man in die Stärkung regenerativer Energien einfließen lassen.

Das transparente Verfahren während der Diskussionen lobte Oliver Steyer (Grüne), der betonte, dass die Gemeinde jetzt aktiv in die Energiewende eingreifen könne.

Inzwischen sei auch seine Fraktion überzeugt, dass die Gründung der FEE ein wegweisender Schritt sei, auch wenn niemand mit plötzlichem Reichtum rechnen dürfe, sagte Markus Opitz (FWG).

„Warum sollten wir kein Geld verdienen?“ fragte Günter Rudolph (SPD), das mache die Eon schließlich auch. Künftig lande das Geld jedoch im Gemeindesäckel.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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