Seit 40 Jahren bei der Feuerwehr – Vizelandrat sieht Probleme beim freiwilligen Dienst

Lob für den selbstlosen Einsatz

Ausgezeichnet: Seit 40 Jahren im Einsatz im Dienst am Nächsten. Dafür gab es für die Schwälmer Feuerwehrleute das Goldene Brandschutzehrenzeichen. Foto: privat

Schwalmstadt/Homberg. Vierzehn Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Schwalmstadt wurden für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande geehrt. Erster Kreisbeigeordneter Winfried Becker würdigte das Engagement der Schwälmer Brandschützer.

In allen Kommunen des Kreises gibt es laut Becker bislang noch eine Freiwillige Feuerwehr. Eine Tatsache, auf die man stolz sein könne. „Bürger nehmen als Feuerwehrmitglieder ihre Sicherheit selbst in die Hand und setzten Gesundheit und manchmal auch ihr Leben aufs Spiel, um anderen zu helfen.“

Neben aller Anerkennung und Respekt für die Leistung der Schwalmstädter Feuerwehrmänner fand Winfried Becker in seiner Rede auch mahnende Worte. Insbesondere die gesellschaftlichen Veränderungen seien Grund für Sorgen. „Der demografische Wandel wird auf Dauer nicht an den Feuerwehren vorbeigehen. Er forderte ein breites Engagement aller, um Standards, wie die zehnminütige Hilfsfrist, zukünftig erhalten zu können.

Kreisbrandinspektor Werner Bähr sah in dem veränderten Freizeitverhalten der Menschen die größte Herausforderung, leistungsfähige Feuerwehren zu erhalten. Die Alternative, eine Berufsfeuerwehr, sei mit 2,5 Millionen Euro Personalkosten im Jahr für die Kommunen unerschwinglich. „Wir müssen die Zukunft gestalten“, sagte Bähr. „Die Feuerwehr hat für jeden etwas zu tun.“ Auch jemand im Rollstuhl könne zum Beispiel bei Verwaltungsarbeiten oder Jugendarbeit einen sinnvollen Beitrag leisten, sagte der Kreisbrandinspektor.

„Wir müssen die Menschen bei der Stange halten. Ein fertig ausgebildeter Gruppenführer kostet bis zu 150 000 Euro“, mahnte der Kreisbrandinspektor und forderte angemessene Rahmenbedingungen. „In einer Umfrage des Allensbacher Instituts gaben schon von zehn Jahren 54 Prozent der Menschen an, sie möchten das Leben genießen. Darauf müssen wir uns als Feuerwehr einstellen.“ (ras)

Quelle: HNA

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