Mobiler sein in der Stadt

Seniorenbus: Ehrenamtliche begleiten Ältere bei Fahrten in Schwalmstadt

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Werden aktiv: Nils Rampe (Seniorenbeauftragter der Stadt), Mirko Paul (Seniorenzentrum Phönix), die Fahrer Heinz Wagner, Karl Blumenauer, Horst Draschil, Adolf Lauscher und Bürgermeister Dr. Gerald Näser (von links) starten das Projekt Seniorenbus.

Schwalmstadt. Adolf Lauscher, Heinz Wagner, Horst Draschil und Karl Blumenauer sind künftig in und um Schwalmstadt auf vier Rädern unterwegs: Und zwar als ehrenamtliche Fahrer des neuen Seniorenbusses.

Träger des Projekts ist die Stadt Schwalmstadt. Die Idee entstand am Runden Tisch für Seniorenarbeit: „Wir wollen der älteren Generation ein zusätzliches Mobilitätsangebot bieten“, erklärt Bürgermeister Dr. Gerald Näser.

Ausgearbeitet hat das Konzept eine Arbeitsgruppe. Deren Mitglieder haben sich unterschiedliche Modelle angeschaut und Erfahrungen aus Nachbargemeinden, insbesondere Gilserberg, aufgenommen. Dort wurde das Angebot vor einem halben Jahr etabliert. „Fahrten gehen überwiegend nach Schwalmstadt, häufig ins Ärztehaus oder ins Krankenhaus“, erläutert Näser. In Schwalmstadt läuft zunächst eine einjährige Testphase.

„Vor allem, um zu sehen, wie der Bedarf ist“, sagt der Seniorenbeauftragte der Stadt Nils Rampe. Das Angebot richtet sich an ältere Menschen. Es umfasst Fahrten zu Ärzten, Behörden, zum Einkaufen oder zu Besuchen. Dabei sind die Fahrer auch gleichzeitig Begleiter. „Wir tragen auch die Einkaufstasche oder gehen mit der Harke zum Grab auf den Friedhof“, verdeutlicht Heinz Wagner.

„Aus versicherungsrechtlichen Gründen ist zwar die Stadt Träger des Projekts“, erklärt Näser. Ziel sei nach Auffassung des Magistrats aber die ehrenamtliche Organisation.

Deshalb gehe es jetzt darum, ehrenamtlich tätige Fahrer sowie Mitwirkende zu gewinnen. In Zukunft wäre es wünschenswert, wenn diese Helfer auch die Anmeldungen aufzunehmen und die Abläufe regeln würde, sagt Rampe. Aktuell wird das über die Stadt koordiniert. Für die Fahrten steht donnerstags der Bus der städtischen Jugendpflege zur Verfügung. Rollstuhlfahrer werden dank einer Kooperation mithilfe eines Busses des Seniorenzentrums Phoenix transportiert. Dieser Bus wird von einem Mitarbeiter des Zentrums gefahren.

Die Stadt ergänzt damit die bereits vorhandenen Angebote: „Wir sind keine Konkurrenz und haben mit den Vereinen Altenhilfe und Teilhabe Rücksprache gehalten“, erklärt Näser. Eine Beförderungsgebühr wird nicht erhoben.

„Vielleicht stellen wir später eine Spendenbox für den Kindergarten auf“, überlegt der Bürgermeister. Wer sich als ehrenamtlicher Fahrer zur Verfügung stellt, braucht keinen Personenbeförderungsschein und ist über die Stadt versichert. Adolf Lauscher freut sich jedenfalls auf seine Aufgabe: „Ich mache schon Besuchsdienste und bin sicher, dass ich gute Gespräche mit den älteren Menschen haben werde.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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